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750 Jahre Burg Braunsberg

Im Jahr 1258 wurde die Burg Braunsberg vor der „engen Gurk“ bei Kleinglödnitz erstmals urkundlich erwähnt. Von der einstigen kleinen Burg gibt es heute nur mehr wenige Spuren.

Von der Gurktal-Bundesstraße führt zwischen Klein-Glödnitz und der Abzweigung ins Glödnitztal ein Weg nach Braunsberg, einem ausgedehnten Hochplateau südlich des Gurk-Flusses mit einigen Häusern und Bauernhöfen. Am südlichen Ende des Plateaus, am Fuße des Zammelsbergs, befindet sich eine bewaldete Erhebung, die von den Bewohnern „Schlossriegel“ genannt wird.
Auf dem nach Süden und Osten steil abfallenden Schlossriegel befand sich einst eine kleine Burg. Vermutlich schon im 18. Jahrhundert haben die Bauern die Festung abgetragen und die Steine für den Bau von Häusern und Ställen verwendet. Mit Moos bewachsene Steine, Vertiefungen auf dem Plateau und ein Graben auf der West- und Nordseite zeigen noch von dem einstigen Edelmannsitz. Der Eingang zur Burg über eine Zugbrücke befand sich vermutlich auf der Westseite. Hier führt ein Weg den Hügel hinunter. Bei der Burg dürfte ein Saumweg über den Zammelsberg nach Feldkirchen vorbeigeführt haben.

Die Anfänge der Burg

Braunsberg war ein Lehen der Gurker Bischöfe. Die kleine Burg wurde vermutlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts von Bruno „de Bruneck“ errichtet. Erstmals erwähnt wurde das Anwesen im Jahr 1258 in einer Gurker Urkunde. Die Ministerialen, die das Lehen verwalteten, nannten sich im 13. und 14. Jahrhundert „von Braunsberg“, „Prawn von Braunsberg“ oder „Prawn von der Gurke“. 1260 wurde die Burg als „Pruneke“ bezeichnet, und für 1289 ist ein „Brunlinus de Brunsberch“ verbürgt. 1330 scheint ein Fritzle Proun, Sohn bei der Gurk, in den Dokumenten auf. Im Jahr 1338 wurde das Gebäude erneuert und 1360 saß hier ein „Praeun von Praunsberk“.
1519 waren auf Braunsberg Gurker Lehensleute mit den Namen Franz, Sigmund und Wilhelm.

Basseyo auf Braunsberg

Einen Aufschwung erlebte die Burg Braunsberg mit der Belehnung an die Familie Basseyo. Die Familie, in den Quellen auch als Basayo, Baseyo, Waseyo und Bascio genannt, stammte aus Venetien und zog im 15. Jahrhundert nach Kärnten, wo sie im Dienst der Gurker Bischöfe war.
Jacob Basseyo war im Jahr 1501 Amtmann zu Straßburg und 1512 Rentmeister des Bistums Gurk. 1518 war er Rat des Gurker Bischofs Matthäus Lang von Wellenburg.

Ein Nachfahre Jacobs, Hans von Basseyo, Regimentsrat von Erzherzog Karl, erhielt Braunsberg am 11. September 1572 vom Gurker Bischof Urban als Lehen verliehen. Das Gut, damals als öder „purgstal Prunsberg“ bezeichnet, wurde mit einem Burgfried (Gerichtsbezirk) ausgestattet und Hans von Basseyo erklärte sich bereit, Braunsberg zu einem Edelmannssitz auszubauen. Die Basseyos nannten sich daraufhin „von Braunsberg“. Hans, verheiratet mit Barbara von Hengstpach und in zweiter Ehe mit Euphrosine von Pranckh, hatte auch die Burg Steuerberg als Pfand. Als Regimentsrat Erzherzog Karls von Innerösterreich wollte er 1579 aus dem Amt ausscheiden. Daraufhin bewilligten ihm die Kärntner Verordneten eine Erhöhung seiner Jahreszubuße auf 200 Gulden. Hans Basseyo, zum Freiherrn geadelt, war ab 1593 Kärntner Landesverweser. Er wurde 1601 nach dem Tod des Landeshauptmanns Hans Graf Ortenburg mit der Verwaltung des Amtes betraut und stand auch auf der Kandidatenliste für den neuen Landeshauptmann, die Erzherzog Ferdinand unterbreitet wurde. Der Erzherzog entschied sich aber im Mai 1602 für einen Nicht-Kärntner – Georg Graf zu Nogarol, Hauptmann zu Triest. Hans Basseyo starb im Jahr 1607.
Sein Sohn Christof war mit Katharina Wucherer zu Drasendorf verheiratet; er war Landrat in Kärnten und 1616 Landesverweser.

Christofs Sohn Hans Ulrich lebte noch auf Braunsberg; Hans Ulrichs Tochter Regina Eleonore war von 1660 bis 1677 Äbtissin des Klosters St. Georgen am Längsee. Hans Ulrich wurde 1651 Pfleger auf Burg Albeck, die er instand setzen ließ. 1657 war er Landesvizedom und 1668 Landesverweser. Hans Ulrichs Sohn Hans Christof nannte sich „zu Praunsperg und Straußegg“. Mit dessen Sohn, den am 5. Februar 1671 in Straßburg geborenen Hans Wolf Christof, starb die Familie Basseyo im Freiherrenstand aus.

Die Burg Braunsberg dürfte Ende des 17. Jahrhunderts noch bewohnt gewesen sein, dann begann der Verfall.

Werner Sabitzer


Quellen:
Kohla, Franz Xaver; Metnitz, Gustav Adolf v.; Moro, Gotbert: Kärntner Burgenkunde. Ergebnisse und Hinweise in Übersicht. Erster Teil: Kärntens Burgen, Schlösser, Ansitze und wehrhafte Stätten. Ein Beitrag zur Siedlungstopographie. Zweite Auflage. Zweiter Teil: Quellen- und Literaturhinweise zur geschichtlichen und rechtlichen Stellung der Burgen, Schlösser und Ansitze in Kärnten sowie ihrer Besitzer. Geschichtsverein für Kärnten, Klagenfurt 1973.
Willner, Heinz: Die Albecker Flur- und Ortsnamen. Hrsg. Vom Museum- und Schlossverein Schloss Albeck, Albeck, 2006.

Mai 26, 2008 - Verfasst von sabitzer | Burgen und Schlösser in Kärnten, Das Gurktal - Geschichte und Geschichten | | Noch keine Kommentare

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