<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	xmlns:georss="http://www.georss.org/georss" xmlns:geo="http://www.w3.org/2003/01/geo/wgs84_pos#" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/"
	>

<channel>
	<title>Sabitzer's Weblog</title>
	<atom:link href="http://sabitzer.wordpress.com/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://sabitzer.wordpress.com</link>
	<description>Just another WordPress.com weblog</description>
	<lastBuildDate>Sun, 21 Aug 2011 19:58:16 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.com/</generator>
<cloud domain='sabitzer.wordpress.com' port='80' path='/?rsscloud=notify' registerProcedure='' protocol='http-post' />
<image>
		<url>http://s2.wp.com/i/buttonw-com.png</url>
		<title>Sabitzer's Weblog</title>
		<link>http://sabitzer.wordpress.com</link>
	</image>
	<atom:link rel="search" type="application/opensearchdescription+xml" href="http://sabitzer.wordpress.com/osd.xml" title="Sabitzer&#039;s Weblog" />
	<atom:link rel='hub' href='http://sabitzer.wordpress.com/?pushpress=hub'/>
		<item>
		<title>100 Jahre „Kärntner Anzug“</title>
		<link>http://sabitzer.wordpress.com/2011/08/21/100-jahre-%e2%80%9ekarntner-anzug%e2%80%9c/</link>
		<comments>http://sabitzer.wordpress.com/2011/08/21/100-jahre-%e2%80%9ekarntner-anzug%e2%80%9c/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 21 Aug 2011 19:58:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabitzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kärnten - Geschichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sabitzer.wordpress.com/?p=76</guid>
		<description><![CDATA[Vor 100 Jahren kreierte der Brauchtums- und Trachtenmaler Leopold Resch im Auftrag der „Kärntner Landsmannschaft“ den „Kärntner Anzug“. Im Jahr 1910 wurde die „Kärntner Landsmannschaft“ gegründet. Als eines der ersten Vorhaben beschloss der Vereinsvorstand, einen Kärntner Landestrachtenanzug einzuführen. Bis dahin wurde in Kärnten der graue Steirer-Anzug als Tracht getragen. Die Landsmannschaft beauftragte Prof. Leopold Resch, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sabitzer.wordpress.com&amp;blog=2321663&amp;post=76&amp;subd=sabitzer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:left;"><strong>Vor 100 Jahren kreierte der Brauchtums- und Trachtenmaler Leopold Resch im Auftrag der „Kärntner Landsmannschaft“ den „Kärntner Anzug“.</strong><br />
<a href="http://sabitzer.files.wordpress.com/2011/08/trachtenanzug-resch.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-77" title="Trachtenanzug Resch" src="http://sabitzer.files.wordpress.com/2011/08/trachtenanzug-resch.png?w=102&#038;h=300" alt="" width="102" height="300" /></a><br />
Im Jahr 1910 wurde die „Kärntner Landsmannschaft“ gegründet. Als eines der ersten Vorhaben beschloss der Vereinsvorstand, einen Kärntner Landestrachtenanzug einzuführen. Bis dahin wurde in Kärnten der graue Steirer-Anzug als Tracht getragen.<br />
Die Landsmannschaft beauftragte Prof. Leopold Resch, eine entsprechende Tracht zu entwerfen. Der akademische Maler und Bildhauer war der bedeutendste Trachten- und Brauchtumsmaler Kärntens. 1877 in Weyer an der Enns geboren, wuchs er in Pontafel (Pontebba) im Kanaltal auf, das damals zu Kärnten gehörte. Sein Vater war dort bei der Eisenbahn beschäftigt. Leopold Resch absolvierte die Drechslerschule in Malborghet im Kanaltal die Fachschule für Holzindustrie in Villach und danach die Kunstgewerbeschule in Wien. Ab 1906 war er Lehrer an der Bau- und Kunsthandwerkschule in Klagenfurt. 1910 begann er mit dem Studium an der Akademie der bildenden Künste in München.1911 wurde die Bau- und Kunsthandwerkschule von Klagenfurt nach Villach verlegt; Resch übersiedelte als Lehrer mit.<br />
Prof. Resch, Mitgründer der „Kärntner Landsmannschaft“ und des Kärntner Heimatmuseums, kreierte einen Entwurf des neuen Kärntner „Trachtengwandls“. Als Vorlage dienten ihm die Kanaltaler und die Gailtaler Tracht. Getragen werden konnte eine braune oder eine schwarze Hose. Der Hut wurde der Farbe des Trachtenrocks angeglichen.<br />
Der Künstler präsentierte den kastanienbraunen Anzug mit grünem Aufputz erstmals öffentlich bei der Landeshandwerker-Ausstellung 1911 in Klagenfurt. Im Lauf der Jahre setzte sich statt der kastanienbraunen die haselnussbraune Farbe durch und das „Steirer-Gwandl“, das auch in anderen Bundesländern getragen wurde, verlor in Kärnten immer mehr an Bedeutung. Es gab auch Änderungen im Design: Anstelle der Brusttaschen mit Klappen traten Einschnitte; die Rückenfalte und die Rückenspange wurden durch einen Schlitz ersetzt.<br />
Resch entwarf auch das Kärntner Blaupunktdirndl, das so genannte „Resch-Dirndl“, bestehend aus einem dunkelblauen Baumwollstoff mit weißen Tupfen sowie einer weißen Schürze mit rot-blauem Streifenmuster. Verheiratete Frauen tragen die Masche rechts, unverheiratete links.<br />
Prof. Leopold Resch starb am 14. November 1937 in Villach, drei Tage nach seinem 60. Geburtstag. In Drobollach bei Villach erinnert der Leopold-Resch-Weg an den bekannten Kärntner Künstler.</p>
<p style="text-align:right;">
<em>Werner Sabitzer</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/sabitzer.wordpress.com/76/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/sabitzer.wordpress.com/76/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/sabitzer.wordpress.com/76/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/sabitzer.wordpress.com/76/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/sabitzer.wordpress.com/76/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/sabitzer.wordpress.com/76/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/sabitzer.wordpress.com/76/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/sabitzer.wordpress.com/76/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/sabitzer.wordpress.com/76/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/sabitzer.wordpress.com/76/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/sabitzer.wordpress.com/76/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/sabitzer.wordpress.com/76/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/sabitzer.wordpress.com/76/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/sabitzer.wordpress.com/76/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sabitzer.wordpress.com&amp;blog=2321663&amp;post=76&amp;subd=sabitzer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" /><div class="sharedaddy"></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sabitzer.wordpress.com/2011/08/21/100-jahre-%e2%80%9ekarntner-anzug%e2%80%9c/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://1.gravatar.com/avatar/7e7826e3d14e1a81e5b541fef0361368?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">sabitzer</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://sabitzer.files.wordpress.com/2011/08/trachtenanzug-resch.png?w=102" medium="image">
			<media:title type="html">Trachtenanzug Resch</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Hetzjagd gegen Hosenröcke</title>
		<link>http://sabitzer.wordpress.com/2011/08/04/hetzjagd-gegen-hosenrocke/</link>
		<comments>http://sabitzer.wordpress.com/2011/08/04/hetzjagd-gegen-hosenrocke/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 04 Aug 2011 07:07:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabitzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sabitzer.wordpress.com/?p=69</guid>
		<description><![CDATA[Vor 100 Jahren protestierten aufgebrachte Bürger gegen ein modisches Kleidungsstück: Frauen, die Hosenröcke trugen, wurden verfolgt, beschimpft und misshandelt. Als eine junge Frau am späten Nachmittag des 11. März 1911 das Modehaus in der Kärntnerstraße verließ, bildete sich sofort eine Menschenmenge. Neugierige und Demonstranten schrieen, pfiffen und beschimpften die Dame. Als die Situation zu eskalieren [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sabitzer.wordpress.com&amp;blog=2321663&amp;post=69&amp;subd=sabitzer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor 100 Jahren protestierten aufgebrachte Bürger gegen ein modisches Kleidungsstück: Frauen, die Hosenröcke trugen, wurden verfolgt, beschimpft und misshandelt.</strong></p>
<div id="attachment_70" class="wp-caption alignleft" style="width: 209px"><img class="size-medium wp-image-70" title="Hosenrock_Wiener_Bilder_1911" src="http://sabitzer.files.wordpress.com/2011/08/hosenrock_wiener_bilder_1911.jpg?w=199&#038;h=300" alt="" width="199" height="300" /><p class="wp-caption-text">Titelblatt der &quot;Wiener Bilder&quot; 1911</p></div>
<p>Als eine junge Frau am späten Nachmittag des 11. März 1911 das Modehaus in der Kärntnerstraße verließ, bildete sich sofort eine Menschenmenge. Neugierige und Demonstranten schrieen, pfiffen und beschimpften die Dame. Als die Situation zu eskalieren drohte, stiegen die Frau und ihr Begleiter in ein Auto und fuhren weg. Im Gedränge kam es zu einem Unfall: In der Nähe der Johannesgasse wurde ein Pilot von der Menge weggedrängt, von einem Auto gestreift und am Arm verletzt.</p>
<p>Die Frau, eine Angestellte des Modenhauses, hatte die Aufmerksamkeit und den Unmut der Passanten erregt, weil sie ein neues, modisches Kleidungsstück trug – den Hosenrock, der einige Jahre zuvor in Paris kreiert worden war. Mit der so genannten „Jupe Culotte“ konnten Frauen unter anderem auch Radfahren und andere Sportarten besser betreiben.</p>
<p>Allerdings war es zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch ein Tabubruch, wenn eine Frau eine Hose trug. Auch der Vatikan verdammte dies als unsittlich. Es waren meist Angestellte von Modenhäusern und bezahlte Models, die vor 100 Jahren den Hosenrock in Wien zu propagieren versuchten – und auf heftigen Widerstand stießen. Aufgebrachte Bürgerinnen und Bürger beschimpften und misshandelten die Frauen und in einigen Fällen musste die Polizei einschreiten.</p>
<p>Am 10. März 1911 verfolgten und beschimpften aufgeregte Passanten in der Kärntner Straße Frauen, die Hosenröcke trugen, und am nächsten Tag musste in der Innenstadt ein Polizei-Aufgebot weitere Frauen schützen, die mit diesem Kleidungsstück unterwegs waren. Am selben Tag kam es auch in Graz zu einem Auflauf wegen einer Hosenrock-Trägerin, die durch die Murgasse und die Herrengasse in das Redaktionsgebäude der „Tagespost“ ging. Einige der Neugierigen verfolgten die Frau bis in den ersten Stock. Als die sie die Redaktion wieder verließ, schrieen und pfiffen ihre Verfolger, bis sie sich in ein Haus flüchtete.</p>
<p>Am 13. März blieb in der Praterstraße im zweiten Bezirk ein Auto wegen Motorschadens stehen. Die Insassen, zwei Offiziere und zwei Begleiterinnen stiegen aus. Als ein Passant das Gerücht verbreitete, die beiden Frauen trügen Hosenröcke, strömten aus allen Richtungen Menschen herbei, sodass der Verkehr zum Erliegen kam. Die Polizei musste einschreiten, sie drängte die Wiener „Vorstadt-Taliban“ ab.</p>
<p>Auch in anderen europäischen Städten kam es zu Protestkundgebungen wegen des Hosenrocks. In Venedig musste eine Frau mit einem „verdächtigen“ Kleid vor aufgebrachten Menschen in ein Lokal flüchten, das sie erst verlassen konnte, nachdem die Polizei eingeschritten war. In England wollte die Textilindustrie sogar ein Klagsbegehren einbringen, um Hosenröcke zu verbieten. Die Kleiderhersteller befürchteten, dass wegen des Hosenrocks der Bedarf an Unterwäsche stark zurückgehen und damit ein Industriezweig gefährdet werden könnte.</p>
<p>Proteste gegen Damenhüte</p>
<p>Zwei Monate nach den Protesten gegen die Hosenröcke gab es in Wien einen Auflauf gegen Damenhüte: Als zwei Frauen mit übergroßen Hüten am 18. Mai 1911 durch die Ruckergasse in Meidling spazierten, bildete sich ein Auflauf von etwa 200 Leuten, darunter viele Kinder. Sie verfolgten „unter Schreien und Lärmen die Damen, die sehr in Verlegenheit waren und nicht wussten, was sie tun sollten“, stand in der „Neuen Freien Presse“ vom 19. Mai 1911. Die beiden Hutträgerinnen flüchteten in die Trainkaserne, der heutigen Meidlinger Kaserne; Polizisten konnten die Demonstranten vertreiben.</p>
<p align="right"><em>Werner Sabitzer</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/sabitzer.wordpress.com/69/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/sabitzer.wordpress.com/69/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/sabitzer.wordpress.com/69/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/sabitzer.wordpress.com/69/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/sabitzer.wordpress.com/69/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/sabitzer.wordpress.com/69/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/sabitzer.wordpress.com/69/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/sabitzer.wordpress.com/69/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/sabitzer.wordpress.com/69/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/sabitzer.wordpress.com/69/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/sabitzer.wordpress.com/69/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/sabitzer.wordpress.com/69/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/sabitzer.wordpress.com/69/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/sabitzer.wordpress.com/69/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sabitzer.wordpress.com&amp;blog=2321663&amp;post=69&amp;subd=sabitzer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" /><div class="sharedaddy"></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sabitzer.wordpress.com/2011/08/04/hetzjagd-gegen-hosenrocke/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://1.gravatar.com/avatar/7e7826e3d14e1a81e5b541fef0361368?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">sabitzer</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://sabitzer.files.wordpress.com/2011/08/hosenrock_wiener_bilder_1911.jpg?w=199" medium="image">
			<media:title type="html">Hosenrock_Wiener_Bilder_1911</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>200 Jahre „Carinthia“: „Wochenblatt zum Nutzen und Vergnügen“</title>
		<link>http://sabitzer.wordpress.com/2011/08/04/200-jahre-%e2%80%9ecarinthia%e2%80%9c-%e2%80%9ewochenblatt-zum-nutzen-und-vergnugen%e2%80%9c/</link>
		<comments>http://sabitzer.wordpress.com/2011/08/04/200-jahre-%e2%80%9ecarinthia%e2%80%9c-%e2%80%9ewochenblatt-zum-nutzen-und-vergnugen%e2%80%9c/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 04 Aug 2011 06:47:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabitzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kärnten - Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kärnten Geschichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sabitzer.wordpress.com/?p=55</guid>
		<description><![CDATA[Vor 200 Jahren, am 1. Juli 1811, erschien die erste Ausgabe der „Carinthia“. Sie ist die älteste ununterbrochen bestehende Zeitschrift Österreichs. Die „Carinthia“ mit dem Untertitel: „Ein Wochenblatt zum Nutzen und Vergnügen“ wurde von einer Gesellschaft von Vaterlandsfreunden gegründet und erschien erstmals am 1. Juli 1811. Sie ist damit die älteste ununterbrochen bestehende Zeitschrift Österreichs [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sabitzer.wordpress.com&amp;blog=2321663&amp;post=55&amp;subd=sabitzer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor 200 Jahren, am 1. Juli 1811, erschien die erste Ausgabe der „Carinthia“. Sie ist die älteste ununterbrochen bestehende Zeitschrift Österreichs.</strong></p>
<div id="attachment_57" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://sabitzer.wordpress.com/2011/08/04/200-jahre-%e2%80%9ecarinthia%e2%80%9c-%e2%80%9ewochenblatt-zum-nutzen-und-vergnugen%e2%80%9c/carinthia_1855/" rel="attachment wp-att-57"><img class="size-medium wp-image-57" title="Carinthia_1855" src="http://sabitzer.files.wordpress.com/2011/08/carinthia_1855.jpg?w=225&#038;h=300" alt="Carinthia 1855" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Carinthia 1855</p></div>
<p>Die „Carinthia“ mit dem Untertitel: „Ein Wochenblatt zum Nutzen und Vergnügen“ wurde von einer Gesellschaft von Vaterlandsfreunden gegründet und erschien erstmals am 1. Juli 1811. Sie ist damit die älteste ununterbrochen bestehende Zeitschrift Österreichs und auch eine der ältesten Publikationen dieser Art im deutschen Sprachraum.<br />
Die ersten periodischen Publikationen mit allgemein wissenschaftlichem Charakter in Europa erschienen Mitte des 17. Jahrhunderts. Als erste Wissenschaftszeitschriften gelten die ab 1665 herausgegebenen Publikationen Journal des sçavans und Philosophical Transaction. Das in Paris herausgegebene Journal des sçavans (1816 umbenannt in Journal des savants) war eine Zeitschrift von Gelehrten für Gelehrte. Der Inhalt setzte sich hauptsächlich zusammen aus Buchbesprechungen, Nachrufe auf Gelehrte sowie aus Forschungsbeiträgen und Informationen über neue Erkenntnisse auf den Gebieten der Naturwissenschaften, der Technik und der Anatomie. Dazu kamen Entscheidungen von geistlichen und weltlichen Gerichten. Herausgeber der Zeitschrift Philosophical Transaction war die „Royal Society of London for the Improvement of Natural Knowledge“.<br />
Die erste im deutschsprachigen Raum erschienene Wissenschaftszeitschrift war die in Leipzig in lateinischer Sprache ab 1682 herausgegebene Publikation Acta eruditorum. Sie entwickelte sich zur führenden Wissenschaftszeitschrift im 18. Jahrhundert. Die „Carinthia“ ist nach den in Deutschland erschienenen Publikationen „Göttingsche gelehrten Anzeigen“ (ab 1738) und „Annalen der Physik“ (ab 1799) die drittälteste deutschsprachige Zeitschrift.<br />
Auf dem Titelblatt der ersten Ausgabe der „Carinthia“ befand sich ein zehnzeiliges Werk von Johann Wolfgang von Goethe und das Gedicht „Deutscher Gruß an Deutsche“.</p>
<p>Gründungsredakteur war Carl Mercy aus Stralsund, Buchhandlungs-Commis und Schauspieler am Ständischen Theater. Ihm folgte im Herbst 1811 Stadtphysikus Dr. Johann Gottfried Kumpf, der „durch gediegene Beiträge dem Blatt einen bleibenden Wert“ verleihen wollte. In einem Beitrag im Gründungsjahr heißt es: „Da Kärnten sowohl Deutsche als Slowenen (slovenzi) bewohnen, so gehört es mit in den Plan der ,Carinthia‘, auch manche slowenische Aufsätze zu liefern, da wo nämlich der Raum der Deutschen dieß zu thun gestatten wird“. Der erste slowenisch-sprachige Beitrag war ein Gedicht.<br />
Kumpf gründete 1818 die „Kärntnerische Zeitung“, die bis 1835 bestand und in der Beiträge über Kultur, Literatur und Landeskunde erschienen. Kumpf schrieb Gedichte und sammelte Römersteine auf, die er dem Geschichtsverein für Kärnten überließ.<br />
1814 gab es bereits 900 Abnehmer der „Carinthia“. Ab 1915 leitete Simon Martin Mayer die Redaktion. Von 1821 bis 1890 lautete der Untertitel „Für Vaterlandskunde, Belehrung und Unterhaltung“.<br />
Im Revolutionsjahr 1848 verstand sich die „Carinthia“ als „Constitutionelles Blatt für Zeitinteressen“; die Redaktion leitete damals Vinzenz Rizzi. Der Humanist Rizzi (1816 – 1856) setzte sich unter anderem für die Gleichberechtigung aller Völker in der österreichisch-ungarischen Monarchie ein. Auch in der „Carinthia“ fanden sich nun Themen wie die Pressefreiheit und andere Errungenschaften der Revolution. Kurz danach übernahm wieder Mayer die Redaktionsleitung, aber 1851 löste ihn wieder Rizzi ab.</p>
<p>Selbstständige Zeitschrift</p>
<p>Ende 1854 kam es zu einem Neubeginn der Publikation. Die „Carinthia“ konnte nicht mehr als Beilage der „Klagenfurter Zeitung“ erscheinen, da in der nun täglich erscheinenden „Klagenfurter Zeitung“ ein eigener Unterhaltungsteil eingerichtet wurde. Die Einstellung der „Carinthia“ konnte aber durch den Einsatz von Simon Martin Mayer und anderer Interessierter abgewendet werden. Mayer führte die Carinthia bis 1863 als selbstständiges Wochenblatt weiter. Gedruckt wurde die Publikation bei Leon in Klagenfurt.<br />
1863 drohte abermals das Ende; diesmal verpflichtete sich der 1844 gegründete „Geschichtsverein für Kärnten“ für die Weiterführung der Publikation – gemeinsam mit dem 1848 gegründeten „Naturhistorischen Landesmuseum“ (später: Naturwissenschaftlicher Verein). Die beiden Vereine gaben von 1864 bis 1890 Monatshefte der „Carinthia“ heraus – Untertitel war „Zeitschrift für Vaterlandskunde, Belehrung und Unterhaltung“; ab 1869 wurden keine belletristische Beiträge mehr veröffentlicht.<br />
Redaktionsleiter waren Ernst Rauscher (1863), Dr. Heinrich Weil (1864/65), Dr. Ludwig Jßleib (1866 bis 1868) sowie J. Leodegar Canaval und Anton Ritter von Gallenstein (1869 bis 1874). Von 1875 bis 1890 redigierte die Fachzeitschrift der Klagenfurter Botaniker und Sammler Markus Freiherr von Jabornegg (1837 – 1910).</p>
<p>„Neue Carinthia“</p>
<p>Kritik an der mangelnden wissenschaftlichen Qualität mancher Beiträge war einer der Ursachen für die letzte große Krise der Zeitschrift im 19. Jahrhundert. 1890 wurde der Titel in „Neue Carinthia. Zeitschrift für Geschichte, Volks- und Altertumskunde für Kärnten“ geändert; allerdings nur für einen Jahrgang. Die Diskussionen führten zu einer grundlegenden Reform: Bei der turbulenten Generalversammlung des Geschichtsvereins für Kärnten im Jahr 1890 wurde eine Trennung in zwei Zeitschriften beschlossen: Ab 1891 veröffentlichte die „Carinthia I“ historisch-volkskundliche Beiträge und die „Carinthia II“ Artikel naturwissenschaftlichen Charakters.</p>
<p>Die „Carinthia I“ wurde von nun allein vom Geschichtsverein herausgegeben und trug bis 1930 den Untertitel „Mittheilungen des Geschichtsvereines für Kärnten“. Es gab sechs Hefte jährlich. Forschungsgebiet war die Landesgeschichte Kärntens.<br />
Simon Laschitzer legte ein Programm für die „neue Carinthia“ vor. Laschitzer, ein Bauernsohn aus Unterbrückendorf bei Launsdorf, maturierte mit Vorzug am k. k. Gymnasium in Klagenfurt, studierte Geschichte und Kunstgeschichte in Wien und absolvierte 1873 bis 1875 den Institutskurs für österreichische Geschichtsforschung. Von 1888 bis 1897 war er Vorstand der k. k. Studienbibliothek in Klagenfurt. 1890 bis 1897 war er Direktor-Stellvertreter des Geschichtsvereins für Kärnten und Redakteur der „Carinthia I“. Danach zog er wieder nach Wien, wo er Bibliothekar an der k. k. Akademie der bildenden Künste war. Er starb am 10. September 1908 in Wien, wurde aber auf seinen Wunsch auf dem Friedhof St. Ruprecht in Klagenfurt begraben.<br />
Auf Laschitzer folgte im Jahr 1898 August von Jaksch als Schriftleiter der „Carinthia I“. Er betreute 15 Jahrgänge bis 1912 und war auch als Autor tätig. Nach seinem Rücktritt war 1913 ein dreiköpfiges Redaktionskomitee für die Herausgabe verantwortlich und 1914 übernahm Gymnasialprofessor Dr. Martin Wutte allein die Schriftleitung. Wutte, geboren 1876 in Obermühlbach, studierte Geschichte und Geografie in Graz (1901 Dr. phil.) und unterrichtete danach in Graz, Marburg und am Staatsgymnasium Klagenfurt. Er war 1919 in Saint Germain Sachbearbeiter für Kärnten in der österreichischen Delegation zur Vorbereitung der Kärntner Volksabstimmung. 1923 wurde er Direktor des Landesarchivs. Wutte, seit 1905 Mitarbeiter der „Carinthia I“, bestimmte die Linie der Zeitschrift während des Kärntner Abwehrkampfs 1918/20: Die „Carinthia I“ habe ihre Spalten der wissenschaftlichen Erörterung von geschichtlichen, siedlungsgeographischen und statistischen Problemen geöffnet, deren Aufhellung zur Verteidigung der Einheit und Freiheit Kärntens notwendig war“, schrieb Wutte 1930 in der Festschrift zur Zehnjahresfeier der Kärntner Volksabstimmung. „Der Wissenschaft dienend, durfte sie gegenüber den Versuchen, die Politik der Gewalt, die da gegen Kärnten eingeschlagen wurde, mit wissenschaftlichen Scheingründen zu rechfertigen, nicht schweigen.“</p>
<p>Martin Wutte betreute die „Carinthia I“ 25 Jahre lang bis 1938. 1939 wurde sein Schüler Gotbert Moro Schriftleiter. Wutte blieb Autor bis zu seinem Tod 1948.<br />
Dr. Gotbert Moro, geboren 1902, war Direktor des Kärntner Landesmuseums und des Landesarchivs und betreute die „Carinthia I“ bis 1970 als Schriftleiter.<br />
Ab 1932 gab es zwei Hefte jährlich, davor wurden schon jeweils drei Hefte zu zwei Bänden jährlich zusammengelegt.<br />
Auf Gotbert Moro folgte 1971 Dr. Wilhelm Neumann. Er war bis 1990 Schriftleiter der „Carinthia I“, mit Ausnahme des Jahres 1975: In diesem Jahr war Dr. Alfred Ogris für die Publikation verantwortlich. 1991 übernahm Ogris die Schriftleitung. Er war von 1960 bis 1963 Volksschullehrer an zweisprachigen Volksschulen in Kärnten, studierte Geschichte und Germanistik in Wien, promovierte 1967 mit einer Dissertation über Völkermarkt und war ab 1968 Archivar am Kärntner Landesarchiv. Sieben Jahre war er an der Pädagogischen Akademie in Klagenfurt tätig, 1983 habilitierte er sich an der Universität Wien. Er hielt Vorlesungen an den Universitäten Wien, Klagenfurt und Graz und von 1981 bis zur Pensionierung 2001 war er Direktor des Kärntner Landesarchivs. Sein Nachfolger als Archiv-Direktor wurde Dr. Wilhelm Wadl, er leitet seit 2008 auch die „Carinthia I“ (Untertitel: „Zeitschrift für geschichtliche Landeskunde von Kärnten“). Die nun 200 Jahre alte, vom Geschichtsverein für Kärnten herausgegebene „Carinthia I“ blieb die einzige periodische historisch-wissenschaftliche Publikation in Kärnten. Sie dient „Vertretern unterschiedlichster wissenschaftlicher Disziplinen als Sprachrohr“, wie Dr. Wilhelm Wadl anlässlich des Wechsels des Redaktionsleiters 2008 in der „Carinthia“ anmerkte. Die geschichtliche Landeskunde könne nur dann fruchtbare Ergebnisse hervorbringen, wenn seie möglichst interdisziplinär betrieben werde und wenn ein räumlich begrenztes Gebiet mit verschiedensten Methoden und quer durch alle Zeiträume beforscht werde, betonte Wadl: „Die Carinthia I wird auch weiterhin Vertretern wissenschaftlicher Fachdisziplinen und mit wissenschaftlichen Methoden arbeitenden Laien gleichermaßen offen stehen. Auch im Interesse des Lesepublikums der Carinthia I ist gerade diese Mischung aus wissenschaftlichen Spezialuntersuchungen und gediegener Heimatkunde wichtig.“</p>
<p style="text-align:right;"><em>Werner Sabitzer</em></p>
<p><em>Quellen:</em><br />
<em> Ogris, Alfred: Die Geschichtsvereins-Zeitschrift „Carinthia I“ unter den Redaktionen Laschitzer, Jaksch, Wutte und Moro (1890/91 – 1970). In: Carinthia I, 184. Jg., Klagenfurt 1994, S. 407-428.</em><br />
<em> Wadl, Wilhelm: Zum Wechsel in der Redaktion. In: Carinthia I, 198. Jg., Klagenfurt 2008, S. 623-624.</em></p>
<p><strong>Schriftleiter der „Carinthia I“</strong></p>
<p>Carl Mercy (1811)<br />
Johann Gottfried Kumpf (1811 bis 1814)<br />
Johann Ritter von Jenull (1814/15)<br />
Simon Martin Mayer (1815 bis 1848)<br />
Vinzenz Rizzi (1848)<br />
Simon Martin Mayer (1849 bis 1851)<br />
Vinzenz Rizzi (1851 bis 1854)<br />
Simon Martin Mayer (1855 bis 1862)<br />
Ernst Rauscher (1863)<br />
Heinrich Weil (1864/65)<br />
Ludwig Ißleib (1866 bis 1868)<br />
J. Leodegar Canaval und Anton Ritter von Gallenstein (1869 bis 1874)<br />
Markus Freiherr von Jabornegg (1875 bis 1890)<br />
Simon Laschitzer (1890 bis 1897)<br />
August von Jaksch (1898 bis 1912)<br />
Martin Wutte (1913 bis 1938)<br />
Gotbert Moro (1939 bis 1970)<br />
Wilhelm Neumann (1971 bis 1990, außer 1975)<br />
Alfred Ogris (1975 und 1991 bis 2007)<br />
Wilhelm Wadl (seit 2008)</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/sabitzer.wordpress.com/55/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/sabitzer.wordpress.com/55/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/sabitzer.wordpress.com/55/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/sabitzer.wordpress.com/55/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/sabitzer.wordpress.com/55/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/sabitzer.wordpress.com/55/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/sabitzer.wordpress.com/55/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/sabitzer.wordpress.com/55/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/sabitzer.wordpress.com/55/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/sabitzer.wordpress.com/55/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/sabitzer.wordpress.com/55/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/sabitzer.wordpress.com/55/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/sabitzer.wordpress.com/55/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/sabitzer.wordpress.com/55/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sabitzer.wordpress.com&amp;blog=2321663&amp;post=55&amp;subd=sabitzer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" /><div class="sharedaddy"></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sabitzer.wordpress.com/2011/08/04/200-jahre-%e2%80%9ecarinthia%e2%80%9c-%e2%80%9ewochenblatt-zum-nutzen-und-vergnugen%e2%80%9c/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://1.gravatar.com/avatar/7e7826e3d14e1a81e5b541fef0361368?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">sabitzer</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://sabitzer.files.wordpress.com/2011/08/carinthia_1855.jpg?w=225" medium="image">
			<media:title type="html">Carinthia_1855</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Das Blutwunder von Friesach</title>
		<link>http://sabitzer.wordpress.com/2011/08/03/das-blutwunder-von-friesach/</link>
		<comments>http://sabitzer.wordpress.com/2011/08/03/das-blutwunder-von-friesach/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 03 Aug 2011 14:24:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabitzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kärnten - Geschichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sabitzer.wordpress.com/?p=50</guid>
		<description><![CDATA[In der Heiligblutkirche in Friesach soll sich am Pfingstsonntag des Jahres 1238 ein Blutwunder ereignet haben. In der mittelalterlichen Stadt Friesach gibt es nicht nur mehrere Burgen, sondern auch eine Reihe interessanter Kirchen – die Peterskirche auf dem Burgberg, die Reste der ehemaligen Kirche auf dem Virgilienberg, die Stadtpfarrkirche zum Heiligen Bartholomäus, die Deutschordenskirche auf [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sabitzer.wordpress.com&amp;blog=2321663&amp;post=50&amp;subd=sabitzer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In der Heiligblutkirche in Friesach soll sich am Pfingstsonntag des Jahres 1238 ein Blutwunder ereignet haben.</strong></p>
<div id="attachment_51" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://sabitzer.files.wordpress.com/2011/08/blutkirche-friesach_1.jpg"><img class="size-medium wp-image-51" title="Blutkirche in Friesach" src="http://sabitzer.files.wordpress.com/2011/08/blutkirche-friesach_1.jpg?w=300&#038;h=219" alt="Blutkirche in Friesach" width="300" height="219" /></a><p class="wp-caption-text">Blutkirche in Friesach</p></div>
<p>In der mittelalterlichen Stadt Friesach gibt es nicht nur mehrere Burgen, sondern auch eine Reihe interessanter Kirchen – die Peterskirche auf dem Burgberg, die Reste der ehemaligen Kirche auf dem Virgilienberg, die Stadtpfarrkirche zum Heiligen Bartholomäus, die Deutschordenskirche auf dem Krankenhausgelände, die Dominikanerkirche (Kärntens längste Kirche), die neue evangelische Martin-Luther-Kirche und die Heiligblutkirche im „Sack“ genannten Stadtteil oberhalb des Hauptplatzes unter dem Rotturm.</p>
<p>Die Heiligblutkirche, auch Seminarkirche genannt, zählt zu den historisch interessantesten kirchlichen Bauten in Friesach. An der Stelle der heutigen Kirche befand sich eine 1194 geweihte Kapelle der Zisterziensermönche von Viktring; zwischen 1211 und 1215 gab es in der Kapelle einen Brand. 1217 ließen sich neben der Kapelle Dominikanerinnen nieder und errichteten eine Kirche und ein Klostergebäude.</p>
<p>Nach 1255 übersiedelten die Dominikaner in das neue Kloster außerhalb der Stadt; Kirche und Kloster wurden von den Zisterzienserinnen übernommen. Nach einem neuerlichen Stadtbrand im Jahr 1309 wurde die weitgehend zerstörte Kirche wieder aufgebaut. 1340 und 1582 gab es neuerlich schwere Brandschäden. Im Jahr 1608 wurde das Kloster vom Salzburger Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau aufgehoben und im Klostergebäude ein Priesterseminar für acht Alumnen eingerichtet. Bereits 1627 wurde das Priesterseminar wieder aufgelassen und das Haus und die Kirche dem Kollegiatstift St. Bartholomäus übergeben; die Kirche wurde restauriert.</p>
<p>Der Verfall des Klosters begann bereits im 17. Jahrhunderts. Die Kirche und die Reste des Klosters fielen 1673 einem neuerlichen Stadtbrand zum Opfer. Daraufhin wurde das Seminargebäue abgetragen, aber die Kirche wurde 1684 wiederhergestellt – vor allem auch wegen des mit dem Gotteshaus verbundenen angeblichen Blutwunders, das sich am Pfingstsonntag des Jahres 1238 ereignet haben soll. Als der Dominikaner Wolbert bei einer Messfeier die Hostie brechen wollte, soll sie sich blutig gefärbt haben. Auch im Hostienkelch soll sich Blut befunden haben. Die Kirche wurde 1761 und zuletzt zwischen 1893 und 1896 restauriert. In der nördlichen Sakramentsnische der Kirche befindet sich das Heiligblutgefäß aus dem 14. Jahrhundert.</p>
<p>Auf einer alten Tafel in der Heiligenblutkirche wird das Blutwunder beschrieben, auf der Tafel ist allerdings (irrtümlich?) das Jahr 1230 angegeben:</p>
<p><em>„Es hat der göttlichen Allmacht gefallen, den christlichen, alleinseligmachenden katholischen Glauben Jesu Christi zu bestätigen und die wahrhafte Gegenwart der Gottheit und Menschheit, Leibes und der Seele, Fleisches und Blutes Christi unseres Erlösers in dem hochheiligsten Sakramente des Altares durch ein augenscheinliches Wunderwerk in diesem gegenwärtigen Gotteshaus unserer lieben Frau zu erweisen: Daß, als ein Pater Dominikaner an dem heiligen Pflingstsonntag um die dritte Stunde des Tages allda die hl. Messe las und nach dem Paternoster die hl. Hostie aufgehoben, um sie zu brechen, empfand er in derselben eine weiche Zartigkeit, wegen welcher er solche nicht konnte brechen. Schaute derohalben dieselbe mit weinenden Augen was stärker an und befund sie in seinen Händen ganz fleischig und blutfarben. So legte er sie mit Furcht und Zittern auf das Corporale neben den Kelch nieder und sah die andere gleich aufgelegte Hostie. Damit nun der Pater diese konnte angreifen, deckte er den Kelch ab, und wollte seine Finger, so von der wunderbarlich ins Fleisch verwandelten Hostie blutig waren, abwaschen. Und o großes Wunder! Darin ersahe er auch, das rosenfarbene Blut, welches in ihm noch größere Furcht und Entsetzung erweckte, also in großes Seufzen und Weinen ausbrach, auf das dann sein Mitbruder zugeloffen und das große Wunder gesehen. So nicht allein bei ihnen häufige Zäher (Zähren) sondern auch bei dem anwesenden Volk (deren bei 200 Menschen waren) eine große Furcht, Verwunderung und innerliche Bewegung verursacht hat. Es wurde auch berufen und kam darum der Pater Subprior, dem dieses Mirakel zweimal vorhero durch Erscheinung der hl. Bischöfe Nikolai und Udalrici ist offenbart worden; Welcher dann den beängstigten Priester befohlen, die weiße Hostie zu genießen samt dem Wein. Die noch in Fleisch verbliebene Hostie aber mit dem mirakulosen Blut, wie auch das von der Hostie blutig gemachte Corporale haben sie in einer herrlichen Procession, der Herr Propst am Virgilienberg, Herr Dechant zu Barthlmä sammt etlichen Canonicis des deutschen Ritterordens, Ritter, Brüder und Friesacher Bürgerschaft beigewohnt, hinauf in den Chor der Religiosen getragen. Welches wir aus alten Geschichten gezogen und geschehen am hl. Pfingstsonntag wie gemeldt im Jahr nach Christi Geburt 1230.“</em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Das Blutwunder in Stein im Drautal</p>
<p>Zur gleichen Zeit wie in Friesach soll sich bei einer Messe in Stein an der Drau ebenfalls ein Blutwunder ereignet haben. Demnach soll ein zweifelnder Priester am Jahrestag der heiligen Hildegard von Stein im Jahr 1238 bei einer Messe am Altar der Hildegard in der Pfarrkirche St. Laurenz zu Stein bemerkt haben, wie sich eine Hostie in Fleisch und der Wein in Blut verwandelt habe. Die wundersame Verwandlung sei von vierzehn Bischöfen für authentisch erklärt worden. Das Blutwunder von Stein hat wesentlich zum Kult um die heilige Hildegard von Stein beigetragen.</p>
<p>Agatha-Hildegardis von Stein ist neben Hemma von Gurk die bekannteste „Volksheilige“ Kärntens. Sie dürfte zwischen 980 und 990 gestorben sein. Ihr Mann Paulus stammte aus der Grafenfamilie Cilli und war Pfalzgraf in Kärnten mit Sitz auf der Burg Prosnitza auf einem Felsen am Drauufer gegenüber von Möchling. Von der Burg finden sich heute keine Spuren mehr. Der Legende nach soll der Bruder des Grafen seine Schwägerin Hildegard bedrängt haben, als sich der Graf längere Zeit auf einer Reise befunden haben soll. Hildegard habe die Annäherungsversuche zurückgewiesen. Daraufhin habe ihr Schwager mithilfe einer Magd dem zurückgekehrten Grafen eingeredet, seine Frau sei eine Ehebrecherin und habe sich während seiner Abwesenheit mit Liebhabern vergnügt. Daraufhin sei Graf Paulus in Rage geraten und habe seine Frau beschimpft, geschlagen, mit den Füßen getreten und sie schließlich aus einem Fenster der Burg den steilen Felsen hinuntergeworfen. Er habe auch die Kammerjungfrau Dorothea, die die Unschuld ihrer Herrin beteuert hätte, in den Abgrund geworfen. Hildegard und Dorothea seien aber durch Engel vor dem Tod gerettet worden. Die verleumderische Magd sei zu Stein erstarrt worden und der Graf habe sein Augenlicht verloren. Nach Bußreisen nach Rom, Compostela und in das heilige Land habe er wieder sehen können.</p>
<h3>Werner Sabitzer</h3>
<p><em>Quellen:</em></p>
<p><em>Dehio – Handbuch: Die Kunstdenkmäler Österreichs – Kärnten. 3. Auflage, Wien 2001.</em></p>
<p><em>Grabmayer, Johannes: Volksglauben und Volksfrömmigkeit im spätmittelalterlichen Kärnten. Kulturstudien, Band 24. Böhlau-Verlag, Wien, Köln, Weimar, 1994.</em></p>
<p><em>Pagitz-Roscher Magda: Das Kloster der Cistercienserinnen im Sack zu Friesach, in: Carinthia I, 160. Jahrgang, 1970; S. 719-795.</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/sabitzer.wordpress.com/50/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/sabitzer.wordpress.com/50/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/sabitzer.wordpress.com/50/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/sabitzer.wordpress.com/50/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/sabitzer.wordpress.com/50/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/sabitzer.wordpress.com/50/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/sabitzer.wordpress.com/50/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/sabitzer.wordpress.com/50/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/sabitzer.wordpress.com/50/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/sabitzer.wordpress.com/50/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/sabitzer.wordpress.com/50/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/sabitzer.wordpress.com/50/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/sabitzer.wordpress.com/50/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/sabitzer.wordpress.com/50/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sabitzer.wordpress.com&amp;blog=2321663&amp;post=50&amp;subd=sabitzer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" /><div class="sharedaddy"></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sabitzer.wordpress.com/2011/08/03/das-blutwunder-von-friesach/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://1.gravatar.com/avatar/7e7826e3d14e1a81e5b541fef0361368?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">sabitzer</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://sabitzer.files.wordpress.com/2011/08/blutkirche-friesach_1.jpg?w=300" medium="image">
			<media:title type="html">Blutkirche in Friesach</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Ein Hofnarr aus Altaussee</title>
		<link>http://sabitzer.wordpress.com/2010/08/09/ein-hofnarr-aus-altaussee/</link>
		<comments>http://sabitzer.wordpress.com/2010/08/09/ein-hofnarr-aus-altaussee/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 09 Aug 2010 14:25:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabitzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sabitzer.wordpress.com/?p=48</guid>
		<description><![CDATA[Der aus Altaussee im Salzkammergut stammende Joseph Fröhlich machte Karriere als Hofnarr und Taschenspieler am Hof des Kurfürsten von Sachsen und König von Polen, August des Starken. Joseph Fröhlich, geboren am 18. Februar 1694 im Altausseer Ortsteil Puchen, war der Sohn des Kramers Wolfgang Fröhlich aus Steyr und der Altausseerin Ursula Gatterer, deren Familie eine [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sabitzer.wordpress.com&amp;blog=2321663&amp;post=48&amp;subd=sabitzer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der aus Altaussee im Salzkammergut stammende Joseph Fröhlich machte Karriere als Hofnarr und Taschenspieler am Hof des Kurfürsten von Sachsen und König von Polen, August des Starken.</strong></p>
<p>Joseph Fröhlich, geboren am 18. Februar 1694 im Altausseer Ortsteil Puchen, war der Sohn des Kramers Wolfgang Fröhlich aus Steyr und der Altausseerin Ursula Gatterer, deren Familie eine Mühle an der Traunbrücke betrieb. Die spätere Scheichlmühle ist heute ein Gasthaus an der Ortseinfahrt von Altaussee. Joseph Fröhlich erlernte das Müllerhandwerk; erhielt aber – als uneheliches Kind – erst mit 17 Jahren den für das Erlernen eines Handwerks notwendigen „Legitimationsbrief“.<br />
Schon während der Lehrzeit war er zu Späßen aufgelegt. Überliefert ist folgende Anekdote: Als der immer Hungrige von seinem Lehrherrn erwischt wurde, wie er sich am Speck des Müllers bediente, stopfte sich der Bursche seinen Hosenboden aus, um die Hiebe des Lehrherrn schmerzfrei zu überstehen. Als der Müller zuschlug, brüllte Fröhlich wie am Spieß. Der Lehrherr durchschaute den Trick, musste aber derart lachen, dass er die Prügelstrafe nicht fortsetzte.<br />
Nach der Lehre begab sich Fröhlich, wie damals üblich, „auf die Walz“. Auf seiner Wanderschaft gelangte er nach Norddeutschland, wo er bei einem Schausteller und Scharlatan Taschenspielertricks erlernt haben dürfte.</p>
<p>Fröhlich am Hof</p>
<p>Nach der Rückkehr in seinen Heimatort heiratete Fröhlich 1719 eine Tirolerin, zwei Jahre danach kam Sohn Jakob auf die Welt. Kurz darauf verließ die Familie das Ausseerland und kam ins protestantische Oberfranken. Joseph Fröhlich trat auf Jahrmärkten und bei anderen Gelegenheiten mit Zauberkunststücken auf. In Bayreuth wurde er von Markgraf Georg Friedrich Carl zu Brandenburg-Bayreuth als „Hofnarr“ aufgenommen. Taschenspieler, Gaukler und Narren waren in der Barockzeit begehrte Unterhalter an den Höfen der Herzöge, Fürsten und Könige; die Hofnarren kommentierten auch das politische Geschehen in „Hanswurstiaden“ und konnten sich viel erlauben.<br />
Im Jahr 1725 kam Fröhlich von Bayreuth nach Dresden, wo er erfolgreich seine Kunststücke vorführte. In einer Beschreibung heißt es: „Der Fremdling erregte großes Aufsehen auf den Straßen, sintemal er im schwäbischen Bauernhabit, so in weißen Hosen und einem spitzen Hut besteht, auf einem kleinen schwarz-weiß gefleckten Tigerpferde einherreitet, auf der Brust das markgräflich-bayreuthische Wappen tragend. Er hatte die Ehre vor dem König aufzutreten &#8230; Er habe dabei von niemandem gesehene Kunststücke aufgeführt.“<br />
Im März 1727 kam das zweite Kind der Fröhlichs auf die Welt, zwei Monate danach starb seine Frau im Alter von 36 Jahren. Nur sechs Wochen später heiratete der Witwer in Bayreuth Eva Christiane Zöbler.</p>
<p>„Graf von Saumagen“</p>
<p>Die Schwester des Bayreuther Markgrafen war mit Friedrich August I. (1670-1733) verheiratet, der wegen seiner angeblichen Kraft und der hohen Zahl seiner unehelichen Kinder „der Starke“ genannt wurde. Er war Kurfürst von Sachsen und als August II. ab 1697 König von Polen. Um zum König von Polen gewählt zu werden, war der Protestant wieder Katholik geworden. Joseph Fröhlichs Karriere als königlicher Hoftaschenspieler bei August dem Starken begann. Er nahm an Reisen, Aufmärschen und Jagden des Königs teil und konnte seine gesellschaftliche Stellung am Hof ausbauen. Er gehörte zur besseren Gesellschaft in Dresden; die neue Meißner Porzellanfabrik stellte Porträts von Fröhlich her, die heute bei Sammlern (und auch Dieben) begehrt sind. Am Dresdner Hof trat er häufig mit seinem Partner „Baron Schmiedel“ auf, dem „Reise-Post und Jagd Courir“.</p>
<p>Am königlichen Hof ging es nicht nur vornehm und gesittet zu. Fröhlich musste auch Prügel einstecken und war mitunter als Opfer beim „Fuchsprellen“. Füchse und manchmal Wildschweine wurden von mehreren Männern auf einem Leder so lange in die Luft geschleudert, bis sie zu Tode „geprellt“ waren. Hin und wieder dürfte an die Stelle der Tiere der Hofnarr getreten sein, er kam aber glimpflich davon. 1730 „verlieh“ König August dem dicken Altausseer Hofnarren ein Spottwappen und den Titel „Graf von Saumagen“.<br />
Nach dem Tod des Königs August des Starken folgte ihm sein Sohn nach, der den Hofstaat übernahm, darunter Joseph Fröhlich. Dieser ließ seine Kontakte zur Heimat nie abreißen und erwab 1735 die alte Steinmühle am Meranplatz in Bad Aussee, verkaufte sie aber nach einem Brand 1753 wieder. In diesem Haus mit seiner Sgraffitomalerei dürfte sein Sohn Jakob das Müllerhandwerk erlernt haben.</p>
<p>„Königlich Polnischer Mühlenkommissar“</p>
<p>1742 erschien ein gedrucktes Werk mit Spottversen über das Leben Fröhlichs. Zwei Jahre später wurde er „Königlich Polnischer Mühlenkommissar“. 1754 bekamen Fröhlich und sein Sohn Jacob vom König in Marienmont bei Warschau auf Lebenszeit eine Mühle und das Backrecht. Der Mühle waren eine Schänke und eine Landwirtschaft angeschlossen.<br />
Während des Siebenjährigen Kriegs drangen im Jahr 1756 preußische Truppen in Sachsen ein. Der Hofstaat, darunter Joseph Fröhlich, flüchtete aus Dresden nach Warschau. Ein Jahr später, am 24. Juni 1757, starb der Hofnarr aus Altaussee im Alter von 63 Jahren.</p>
<p>„Klein-Moritzburg“</p>
<p>Am Neustädter Elbufer in Dresden erinnert eine Bronzeplastik an den populären Hofnarren Fröhlich. Sie steht vor der Gaststätte „Narrenhäusl“. An dieser Stelle hatte Joseph Fröhlich 1755 ein Haus gebaut, im Volksmund „Klein-Moritzburg“ genannt, das nach vielen Umbauten beim verheerenden Bombenangriff auf Dresden im Februar 1945 zerstört wurde.</p>
<p style="text-align:right;">
Werner Sabitzer</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/sabitzer.wordpress.com/48/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/sabitzer.wordpress.com/48/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/sabitzer.wordpress.com/48/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/sabitzer.wordpress.com/48/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/sabitzer.wordpress.com/48/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/sabitzer.wordpress.com/48/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/sabitzer.wordpress.com/48/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/sabitzer.wordpress.com/48/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/sabitzer.wordpress.com/48/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/sabitzer.wordpress.com/48/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/sabitzer.wordpress.com/48/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/sabitzer.wordpress.com/48/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/sabitzer.wordpress.com/48/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/sabitzer.wordpress.com/48/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sabitzer.wordpress.com&amp;blog=2321663&amp;post=48&amp;subd=sabitzer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" /><div class="sharedaddy"></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sabitzer.wordpress.com/2010/08/09/ein-hofnarr-aus-altaussee/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://1.gravatar.com/avatar/7e7826e3d14e1a81e5b541fef0361368?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">sabitzer</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Der „Hexer“ von Weitensfeld</title>
		<link>http://sabitzer.wordpress.com/2010/08/09/der-%e2%80%9ehexer%e2%80%9c-von-weitensfeld/</link>
		<comments>http://sabitzer.wordpress.com/2010/08/09/der-%e2%80%9ehexer%e2%80%9c-von-weitensfeld/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 09 Aug 2010 14:20:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabitzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Gurktal - Geschichte und Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kärnten - Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sabitzer.wordpress.com/?p=43</guid>
		<description><![CDATA[Im Jahr 1658 wurde der aus Weitensfeld stammende Klement Reibeis in Straßburg hingerichtet. Unter der Folter hatte er gestanden, „Wettermacher“ und „mit dem Teufel im Bunde“ zu sein. Die Folterknechte banden ihm die Hände auf dem Rücken zusammen, befestigten ein Seil und zogen ihn auf der Streckbank in die Höhe. Um die Qual zu erhöhen, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sabitzer.wordpress.com&amp;blog=2321663&amp;post=43&amp;subd=sabitzer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Jahr 1658 wurde der aus Weitensfeld stammende Klement Reibeis in Straßburg hingerichtet. Unter der Folter hatte er gestanden, „Wettermacher“ und „mit dem Teufel im Bunde“ zu sein.</strong></p>
<p>Die Folterknechte banden ihm die Hände auf dem Rücken zusammen, befestigten ein Seil und zogen ihn auf der Streckbank in die Höhe. Um die Qual zu erhöhen, banden sie Steingewichte an seine Beine. Die Schmerzen wurden unerträglich, schließlich „gestand“ der Gefolterte vor dem Richter Heinrich Kröll, was man von ihm hören wollte: Er wäre am Sonnwendtag 1658 vom Zammelsberg auf einem Stab ins Tal hinunter geflogen und hätte seine Seele schon sechs Jahre zuvor auf der Flattnitz dem Teufel verschrieben. Der Teufel hätte ihm Blut abgenommen und ihn zum Zaubern aufgefordert.<br />
Der Gefolterte war Klement Reibeis, ein 50-jähriger Bauer vom Grantenbichl bei Weitensfeld im Gurktal. Er war vom Schlosser-Bauern in Hafendorf beim Landgericht Straßburg als „Wettermacher“ angezeigt worden.<br />
Mit dem vom Richter in Straßburg als „bei guter Vernunft, beredt, aber töricht“ eingestuften Reibeis wurde auch Herfried Lienhard „peinlich befragt“. Dieser bezichtigte unter der Folter Klement Reibeis verschiedener Untaten. Nach der Folter widerrief Klement Reibeis sein „Geständnis“ und versprach, fromm zu leben und Wallfahrten zu unternehmen. Als er daraufhin neuerlich gefoltert wurde, wiederholte er sein „Geständnis“, dass er „Wetter gemacht“ hätte und gab an, dass Herfried Lienhard einmal mit ihm „mitgeflogen“ wäre.<br />
Die Folterknechte wollten von Reibeis die Namen weiterer Beteiligter erfahren, insbesondere interessierte es sie, ob die Schoberbäuerin Liedlin am Kogel ihn bei der „Zauberei“ unterstützt hätte. Reibeis „bekannte“ beim „zweiten Aufzug“ auf der Streckbank, die Liedlin hätte ihm zwei Salben gegeben, aber nur zur Heilung von Verletzungen. Die „Zaubersalbe“ hätte er vom Teufel auf der Alm am Schober bekommen.<br />
Auch ein „Rezept“ für das „Schauermachen“ war Reibeis unter der Folter zu entlocken: Er hätte dazu weiße Frischlingswolle verwendet, vermischt mit Schnee.<br />
Dem Weitensfelder „Hexer“ Klement Reibeis blieben wegen seines Alters weitere Folterungen erspart. Er wurde am 2. Oktober 1658 im Straßburger Rathaus zum Tod verurteilt und auf der Richtstätte zwischen Straßburg und Mellach enthauptet. Seine Leiche wurde verbrannt.</p>
<p>Hexereiprozesse im Gurktal</p>
<p>Im Gurktal gab es bis zum frühen 18. Jahrhundert eine Reihe von Hexereiprozessen. 1673 erhielten zwei „geständige“ Frauen vom Landgericht Straßburg einen strengen Verweis, nachdem sie der „Wolfsbannerei“ beschuldigt worden waren, das heißt, sie hätten einen Teufelsbund geschlossen, um einen Wolf befehligen zu können, der dann Vieh niederreißt. Die beiden Frauen hatten sich in Widersprüche verwickelt, ihnen konnte aber kein Schaden durch die Wolfsbannerei nachgewiesen werden. 1631 wurde in Althofen ein gewisser Hansl Winkler der Wolfsbannerei angeklagt und 1686 standen in Straßburg einige Menschen wegen Zauberei vor dem Richter. 1691 und 1719 wurden beim Landgericht Althofen zwei Männer als „Wettermacher“ angeklagt; es kam aber in beiden Fällen zu keiner Verurteilung.<br />
Am 14. Juni 1714 wurde in Straßburg die „Giftmischerin“ Maria Greißerin mit dem Schwert hingerichtet. Im August 1663 wurden in Straßburg neun „zauberische Personen“ vom gefoltert; sieben von ihnen wurden wegen Zauberei „zum Schwerdt und Prandt condamniert“, ein achter Angeklagter erhielt eine Prügelstrafe.</p>
<p style="text-align:right;">
Werner Sabitzer</p>
<p><em>Quellen:<br />
Dienst, Heide (Hg.): Hexenforschung aus österreichischen Ländern. Österreichische Hexenforschung, Band 1 (Publikationen des Österreichischen Arbeitskreises für interdisziplinäre Hexen- und Magieforschung. Lit Verlag, Wien, 2009.<br />
Obersteiner, Jakob: Randnotizen zur Stadtgeschichte von Straßburg. In: Carinthia I, 165. Jg., 1975, S. 225-243.<br />
Pirker, Franz: Aus der Ortsgeschichte von Weitensfeld im Gurktale. Sammlung von Geschichtsbildern, 1982 (unveröffentlicht).<br />
Wutte, Martin: Hexenprozesse in Kärnten. In: Carinthia I, 117. Jg., 1927, S. 27-67.</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/sabitzer.wordpress.com/43/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/sabitzer.wordpress.com/43/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/sabitzer.wordpress.com/43/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/sabitzer.wordpress.com/43/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/sabitzer.wordpress.com/43/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/sabitzer.wordpress.com/43/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/sabitzer.wordpress.com/43/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/sabitzer.wordpress.com/43/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/sabitzer.wordpress.com/43/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/sabitzer.wordpress.com/43/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/sabitzer.wordpress.com/43/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/sabitzer.wordpress.com/43/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/sabitzer.wordpress.com/43/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/sabitzer.wordpress.com/43/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sabitzer.wordpress.com&amp;blog=2321663&amp;post=43&amp;subd=sabitzer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" /><div class="sharedaddy"></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sabitzer.wordpress.com/2010/08/09/der-%e2%80%9ehexer%e2%80%9c-von-weitensfeld/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://1.gravatar.com/avatar/7e7826e3d14e1a81e5b541fef0361368?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">sabitzer</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Der Knappenaufstand in Hüttenberg</title>
		<link>http://sabitzer.wordpress.com/2010/01/25/der-knappenaufstand-in-huttenberg/</link>
		<comments>http://sabitzer.wordpress.com/2010/01/25/der-knappenaufstand-in-huttenberg/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 25 Jan 2010 12:38:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabitzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kärnten - Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Bergwesen]]></category>
		<category><![CDATA[Hüttenberg]]></category>
		<category><![CDATA[Knappenaufstand]]></category>
		<category><![CDATA[Knappenberg]]></category>
		<category><![CDATA[Knappenberg Bergwesen Knappenaufstand Hüttenberg]]></category>
		<category><![CDATA[Reiftanz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sabitzer.wordpress.com/?p=37</guid>
		<description><![CDATA[Vor 250 Jahren, im November 1759, kam es in Hüttenberg zu einem gewalttätigen Aufstand der Bergknappen. Die aufrührerischen Knappen wurden bestraft und großteils aus Hüttenberg abgeschoben. Begonnen hatte der Konflikt bereits 1755 mit einem Streit nach einem Tabakschmuggel. Die Hüttenberger Knappen sahen es als „Gewohnheitsrecht“ an, Tabak von Schmugglern zu kaufen. Nachdem die Bergknappen vom [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sabitzer.wordpress.com&amp;blog=2321663&amp;post=37&amp;subd=sabitzer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:left;"><strong>Vor 250 Jahren, im November 1759, kam es in Hüttenberg zu einem gewalttätigen Aufstand der Bergknappen. Die aufrührerischen Knappen wurden bestraft und großteils aus Hüttenberg abgeschoben.</strong></p>
<p>Begonnen hatte der Konflikt bereits 1755 mit einem Streit nach einem Tabakschmuggel. Die Hüttenberger Knappen sahen es als „Gewohnheitsrecht“ an, Tabak von Schmugglern zu kaufen. Nachdem die Bergknappen vom „Tabakschwärzler“ Andreas Kreig eine große Menge Schmuggel-Tabak gekauft hatten, schritt die Behörde ein. Kreig wurde festgenommen. Die Bergleute beschuldigten einen ihrer Kumpels, Georg Grillitsch, den Tabakschmuggel verraten zu haben. Die Knappen hinderten Grillitsch an der Arbeit und vertrieben ihn; die Vermittlungen des Bergrichters blieben erfolglos. Der Fall wurde schließlich der „k. k. Repräsentation und Kammer“ in Klagenfurt vorgebracht, diese forderte die sofortige Wiedereinstellung des Vertriebenen, dessen Unschuld sich herausgestellt hatte. Die Knappen verhinderten dies, versammelten sich auf der Kreuztratte, ihrem traditionellen Versammlungsort in Knappenberg, und erklärten, von der Klagenfurter Kammer keine Befehle entgegenzunehmen, zuständig sei ihrer Ansicht nach vielmehr die Hofkammer in Graz. Seit der Verwaltungsreform war aber nicht mehr die Hofkammer für rechtliche Belange der Knappen zuständig, sondern die neue Kammer in Klagenfurt, die aber von den Knappen nicht anerkannt wurde. Einige Vertreter der Knappschaft reisten nach Graz, um gegen die neue Regelung zu protestieren und eine Lösung des Konflikts anzustreben.</p>
<p>Eskalation der Gewalt</p>
<p>Am 15. November 1759 eskalierte der jahrelang schwelende Konflikt. Als Soldaten im Lölling-Graben mehrere Knappen festnahmen und nach Klagenfurt brachten, rotteten sich viele Kumpels zusammen, um die Festgenommenen zu befreien, was aber misslang. Der Bergrichter wurde mit dem Umbringen bedroht. Daraufhin schickte die Regierung 100 Soldaten des k. k. Regiments Harrach von Klagenfurt nach Hüttenberg, kommandiert von Hauptmann Allmayer.<br />
Die Knappen versammelten sich in der Sonngrube und schworen sich in einer Zeremonie auf ein gemeinsames Handeln ein: Zwei Knappen hielten die Hände zusammen und die übrigen Kumpel gingen darunter durch. Die Aufständischen begaben sich auf die Kreuztratte und beschlossen, solange an dieser Stelle zu bleiben, bis ihre Vertreter aus Graz zurückgekehrt waren.<br />
Die Regierung schickte eine Kommission nach Hüttenberg, um zu verhandeln. Gleichzeitig umstellten Soldaten sowie verpflichtete Bürger aus Guttaring und Hüttenberg die Kreuztratte. Dann erfolgte der Angriff. Die Knappen wurden entwaffnet, verprügelt und nach Hüttenberg gebracht – insgesamt waren es über 200. Wehrtaugliche Aufständische wurden in Hüttenberg mit 8 bis 15 Stockstreichen bestraft; die anderen erhielten 20 bis 28 Stockstreiche. Danach wurden die Festgenommenen nach Klagenfurt gebracht.<br />
Alle Knappen in Hüttenberg, Mosinz und Lölling, die keine Legitimation des Bergrichters vorweisen konnten, wurden festgenommen, nach Klagenfurt gebracht, wo sie das „Bergleder“ ablegen mussten. Das halbrund geschnittene Bergleder, auch „Arschleder“ genannt, wurde um die Hüften geschnallt und galt als Zeichen eines Knappen. Bei der Arbeit im Stollen saßen die Bergleute darauf. Mit dem Ablegen des Bergleders wurden ihm die Knappenrechte entzogen.<br />
Insgesamt 245 Aufständische wurden mit Stockschlägen bestraft. Viele Knappen wurden aus Kärnten „abgeschafft“, also des Landes verwiesen. Ihnen wurde angedroht, dass sie vor das Kriminalgericht kämen, sollten sie nach Kärnten zurückkommen. Auf immer „vom Berg verwiesen“ wurden Ruepp Ebner, Paul Reindl und Valentin Hölzl; vier Jahre Bergverbot erhielt der Oberfähnrich Matthias Höritzer. Einige Knappen wurden zum Militärdienst eingezogen. Mit Geldstrafe von 100 Dukaten wurde bedroht, wer einen der „abgeschafften“ Bergleute einstellen sollte. Nach dem Urteil der k. k. Repräsentation und Kammer wurde die gesamte Knappschaft mit einer Geldstrafe  bestraft.<br />
Der Abgang der aufständischen Bergknappen hatte große Auswirkungen auf den Bergbau im Raum Hüttenberg. Die Bergrichter versuchten mit Prämien Ersatz zu bekommen. Im Lauf der Zeit wurden etwa 150 Knappen angeworben; diese hatten aber lange Zeit Probleme, in die Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Im ersten Jahr kam es zu vielen Schlägereien zwischen den alten und neuen Kumpels.<br />
Im Jahr 1760 erfolgte eine teilweise Amnestie. Viele weitere bestrafte Knappen forderten immer wieder eine Wiederaufnahme des Verfahrens, sie wurden 1785 mit Strafe bedroht, sollten sie neuerlich Klage erheben.</p>
<p>Aufstände der Bergleute</p>
<p>Der Knappenaufstand von 1759 war nicht der einzige gewaltsame Protest der Hüttenberger Bergleute. Im 17. Jahrhundert kam es mehrmals zu Klagen der Knappen wegen gestiegener Lebenshaltungskosten und dem Mangel an Lebensmitteln – Vieh, Getreide und Schmalz wurden damals in großen Mengen nach Italien exportiert. 1612 richtete etwa Bergrichter Ullrich Engel eine Anzeige an den Vizedom, in der er berechtigte Beschwerden der Knappen anführte. Während des 30-jährigen Kriegs und der damit verbundenen Hungersnot plünderten Knappen aus dem Raum Hüttenberg mehrmals Bürgerhäuser in Treibach und Friesach. Die Obrigkeit bildete Kommissionen, die die Knappen ermahnten.<br />
1678 kam es zu einer weiteren gewalttätigen Auseinandersetzung. Immer wieder gab es Streiks wegen Lohnforderungen und die Einhaltung alter Rechte sowie Schlägereien der Knappen untereinander – manchmal mit tödlichen Folgen.<br />
Maria Theresia hatte bestimmte Rechte der Bergknappen bestätigt – darunter die Mautfreiheit für Lebensmittel, die sie auf dem Rücken mitführen konnten, bestimmte Steuerfreiheiten, das Weiderecht für Kleinvieh, der Bezug von Klaubholz und die Erlaubnis zu Festveranstaltungen wie den Hüttenberger „Reiftanz“.<br />
Ende Mai 1712 legten etwa 300 Bergleute die Arbeit nieder und versammelten sich auf der Kreuztratte. Sie verlangten eine Erhöhung des Lohns und der Lebensmittelzubußen sowie die Absetzung des unbeliebten Bergrichters Franz Ferdinand Rauscher, der die Knappenkirchfahrten nach St. Leonhard und Maria Saal einstellte und die Wochenmärkte sperrte. Rauscher schlug auch einen Knappen nieder, der nicht schnell genug seinen Hut vor ihm abgenommen hatte. Der Knappe erlag den Verletzungen. Die Proteste hatten Erfolg: Bergrichter Rauscher wurde abgesetzt, das „Postgeld“ erhöht und es wurde ein Getreidezuschuss gewährt. Außerdem erhielten die Kumpels kostenlos Sprengpulver und Unschlitt geliefert. Die Knappen verzichteten dafür auf einige „Kündtage“, freie Tage, bei denen die Knappen bei Bauern in der Landwirtschaft arbeiteten und dafür hauptsächlich Holz und andere Naturalien erhielten.<br />
1720 erhoben die Knappen neuerlich Forderungen – eine weitere Erhöhung des „Postgelds“ und die Wiedereinführung aufgehobener „Kündtage“. Der Protest führte diesmal bei der Behörde zu drastischen Maßnahmen: Nachdem die Knappen beim Berggericht nichts erreicht hatten, wandten sie sich an die Hofkammer in Graz. Dort wurden die Knappenvertreter eingekerkert und nach Verbüßung einer Freiheitsstrafe zu Zwangsarbeit herangezogen. Es wurde eine Verordnung erlassen; sie bestimmte für aufrührerische Knappen die „Abschaffung vom Berge auf ewige Zeiten“.</p>
<p style="text-align:right;">Werner Sabitzer</p>
<p style="text-align:left;">
<p><em>Quellen:<br />
Münichsdorfer, Friedrich: Geschichte des Hüttenberger Erzberges. Nachdruck der Originalausgabe von 1870. Verlag des Naturwissenschaftlichen Vereins für Kärnten, Klagenfurt, 1989.<br />
Wießner, Hermann: Geschichte des Kärntner Bergbaues. III. Teil. Kärntner Eisen. Archiv für Vaterländische Geschichte und Topographie, 41. und 42. Band. Verlag des Geschichtsvereines für Kärnten. Klagenfurt, 1953.</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/sabitzer.wordpress.com/37/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/sabitzer.wordpress.com/37/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/sabitzer.wordpress.com/37/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/sabitzer.wordpress.com/37/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/sabitzer.wordpress.com/37/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/sabitzer.wordpress.com/37/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/sabitzer.wordpress.com/37/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/sabitzer.wordpress.com/37/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/sabitzer.wordpress.com/37/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/sabitzer.wordpress.com/37/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/sabitzer.wordpress.com/37/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/sabitzer.wordpress.com/37/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/sabitzer.wordpress.com/37/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/sabitzer.wordpress.com/37/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sabitzer.wordpress.com&amp;blog=2321663&amp;post=37&amp;subd=sabitzer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" /><div class="sharedaddy"></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sabitzer.wordpress.com/2010/01/25/der-knappenaufstand-in-huttenberg/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://1.gravatar.com/avatar/7e7826e3d14e1a81e5b541fef0361368?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">sabitzer</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Hochrindl in Frankreich</title>
		<link>http://sabitzer.wordpress.com/2010/01/25/hochrindl-in-frankreich/</link>
		<comments>http://sabitzer.wordpress.com/2010/01/25/hochrindl-in-frankreich/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 25 Jan 2010 12:36:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabitzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kärnten - Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[1809]]></category>
		<category><![CDATA[Hochrindl]]></category>
		<category><![CDATA[Illyrische Provincen]]></category>
		<category><![CDATA[Kärnten]]></category>
		<category><![CDATA[Napoleon]]></category>
		<category><![CDATA[Weitensfeld]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sabitzer.wordpress.com/?p=39</guid>
		<description><![CDATA[Vor 200 Jahren teilten die französischen Besatzer Kärnten: Oberkärnten kam als Teil der Illyrischen Provinzen zum französischen Königreich. Die Grenze verlief auf der Hochrindl und Weitensfeld profitierte vom Schmuggel nach „Frankreich“. Das Jahr 1809 war ein Schicksalsjahr für Kärnten. Französische Truppen besetzten das Land; schon 1797 und 1805 waren Napoléons Soldaten in Kärnten. Nachdem Österreichs [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sabitzer.wordpress.com&amp;blog=2321663&amp;post=39&amp;subd=sabitzer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor 200 Jahren teilten die französischen Besatzer Kärnten: Oberkärnten kam als Teil der Illyrischen Provinzen zum französischen Königreich. Die Grenze verlief auf der Hochrindl und Weitensfeld profitierte vom Schmuggel nach „Frankreich“.</strong></p>
<p>Das Jahr 1809 war ein Schicksalsjahr für Kärnten. Französische Truppen besetzten das Land; schon 1797 und 1805 waren Napoléons Soldaten in Kärnten. Nachdem Österreichs Kaiser Franz I. den Franzosen am 9. April 1809 den Krieg erklärt hatte, kam es unter anderem zu Schlachten bei Malborghet und auf dem Predil. Hauptmann Ing. Friedrich Hensel verteidigte mit seiner Truppe vergeblich Malborghet und Hauptmann Johann Hermann von Hermannsdorf stand am Predilpass mit 200 Mann 5.000 Franzosen gegenüber. Hermann und fast alle seine Mitstreiter fielen. Erzherzog Johann traf am 18. Mai mit einem Teil seiner Truppen aus Tirol in Kärnten ein, zog aber weiter Richtung Ungarn. Die Offiziere Hensel und Hermann hatten die Aufgabe, die nachrückenden französischen Truppen aufzuhalten.<br />
Nach der gewonnen Schlacht von Aspern bei Wien gab es in Kärnten Aufbruchstimmung. Am 6. Juni 1809 kam es im Raum Klagenfurt zu Kämpfen zwischen österreichischen und französischen Soldaten.<br />
Die französischen Truppen waren für Plünderungen und Zerstörungen verantwortlich. Den Kärntnern wurden hohe Reparationszahlungen abverlangt.<br />
Mit dem „Frieden von Schönbrunn“ endete die Besatzung. Im Dezember 1809 verließen die Besetzer die Stadt Klagenfurt und sie sprengten die Befestigungsanlagen. Schon im September waren viele Häuser in Wallnähe geschleift worden. Bei der Sprengung der Mauern am St. Veiter Tor wurden mehrere Menschen getötet und es gab an vielen Häusern Schäden. Von den vier Toren blieb nur das Völkermarkter Tor von der Zerstörung verschont. Dieses Bauwerk wurde 1876 abgetragen, es galt als Verkehrshindernis und Verunzierung.</p>
<p>Teilung Kärntens</p>
<p>Nach dem Friedensabschluss wurde Kärnten geteilt: Der „Villacher Kreis“ (Oberkärnten) kam zum französischen Imperium; er bildete das „Département Carinthie“ in den „Illyrischen Provinzen“, zu denen auch Krain, Kroatien, Istrien sowie die Provinzen Fiume und Triest gehörten. Verwaltungssitz der Illyrischen Provinzen und zugleich Sitz des französischen Generalgouverneurs war Laibach. In Oberkärnten galten ab 1. Jänner 1812 die französischen Gesetze, darunter der „Code Civil“. Dieses 1804 in Frankreich in Kraft getretene Bürgerliche Gesetzbuch ist Grundlage für das heutige Zivilrecht in Frankreich, Belgien und Luxemburg. Der Code Napoléon war Vorbild für die Rechtsordnung in vielen anderen Ländern der Welt.<br />
Anstatt der Magistrate gab es Friedensrichter und Tribunale. Die Verwaltung funktionierte effizienter und schneller. Währung war der Franc anstatt des Guldens und es wurden auch die französischen Maße und Gewichte eingeführt. Es herrschte Glaubensfreiheit und weitgehende Gewerbefreiheit, viele Vorrechte des Adels wurden aufgehoben, ebenso die Naturalsteuern und das Untertanenverhältnis. Die Region erlebte einen starken wirtschaftlichen Aufschwung.<br />
Ab 1811 erfolgte die Neuorganisation Oberkärntens zu einer Zivilprovinz mit Kantonen, die wiederum in Arrondissements oder Mairien unterteilt waren. Die Mairien (Bürgermeistereien) hatten vor allem  Verwaltungs- und juristische Aufgaben.<br />
Die neue Ära hatte auch Schattenseiten: Im Februar 1811 wurde die Aufstellung eines illyrischen Regiments angeordnet und es wurden zwischen 600 und 1.200 Kärntner zum Militärdienst eingezogen. Das Regiment zog kurz darauf mit der französischen Armee nach Russland. Dieser Feldzug sollte das Reich ausdehnen und das Sprungbrett schaffen für die Eroberung weiterer asiatischer Gebiete. 400.000 Soldaten aus Frankreich und vielen eroberten Ländern überschritten Ende Juni 1812 die Memel, um Russland zu erobern. Der Feldzug geriet zum Desaster; die „Große Armee“ wurde wegen der Kriegstaktik der Russen, des kalten Winters und des fehlenden Nachschubs zum Rückzug gezwungen. Die meisten in Soldaten kamen um, darunter fast alle Oberkärntner. Auch in der Völkerschlacht von Leipzig 1813 kämpften viele Oberkärntner auf der Seite Frankreichs.</p>
<p>Schmugglermarkt Weitensfeld</p>
<p>Anders als in Oberkärnten verlief die Entwicklung in Unterkärnten, dem „Klagenfurter Kreis“, der dem Grazer Gubernium unterstellt und von Graz aus verwaltet wurde. Schon Kaiser Joseph II. hatte die Kärntner Landeshauptmannschaft aufgehoben und Kärnten dem Gubernium in Graz unterstellt.<br />
Teile des oberen Gurktals waren französisch. Die neue Grenze reichte bis an das Gebiet der früheren Großgemeinde Weitensfeld heran. Auf der Hochrindl verlief ein Teil der Grenze zwischen den Kaiserreichen Österreich und Frankreich. An der Goggausee-Landesstraße bei Steuerberg befindet sich ein Gedenkstein, der an diese Grenze erinnert. Die Jahreszahl in der Inschrift „Franconia – Austria 1808“ ist allerdings historisch falsch und müsste „1809“ lauten.<br />
Die Inflation war gewaltig, die Preise für Lebensmittel außerordentlich hoch. Im Februar 1811 kam es zum Staatsbankrott; der Wert alter Bankozettel fiel auf ein Fünftel, es wurden neue Einlösungsscheine ausgegeben. Das Wohlstandsgefälle zwischen Ober- und Unterkärnten führte zu einem Aufschwung eines speziellen Erwerbszweigs – des Schmuggels verschiedener Waren. Weitensfeld profitierte vom Schmuggel – etwa in das französische Himmelberg  – und es ging den Weitensfeldern in diesen Jahren besser als vielen anderen Unterkärntnern.</p>
<p>Das Ende des französischen Kärntens</p>
<p>Das Russlandabenteuer war der Anfang vom Ende des großen Diktators. In der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813 schlug das alliierte Heer Österreichs, Russlands, Preußens, Großbritanniens und Schwedens die französische Armee. 1814 zogen die Alliierten in Paris ein, Napoleon wurde zur Abdankung gezwungen; die Siegermächte ließen ihm die Insel Elba als souveränes Gebiet. Ein Fehler: 1815 kehrte Napoleon mit einer Armee nach Paris zurück. In der Schlacht bei Waterloo wurde er schließlich vernichtend geschlagen und auf die britische Insel St. Helena im Atlantik verbannt, wo er 1821 vermutlich an Magenkrebs starb. 1840 brachte man mit Genehmigung der Briten seinen Leichnam nach Paris, wo er im Invalidendom bestattet wurde.<br />
Nach dem Scheitern des Russland-Feldzugs und dem Rückzug der Franzosen begann sich auch in Kärnten das Blatt zu wenden. Im Jahr 1813 griffen österreichische Truppen die illyrische Armee an der Drau an. Es gab Kämpfe in Feistritz im Rosental und in Villach, wo viele Häuser in Flammen aufgingen. Im September und Oktober 1813 gelang es den Österreichern, die Besetzer zu vertreiben. Nach der Niederlage Napoleons in der Völkerschlacht bei Leipzig wurden die Illyrischen Provinzen wieder unter österreichische Verwaltung gestellt. Mit dem Friedensvertrag von Paris am 30. Mai 1814 wurden die alten Grenzen Kärnten bestätigt. Oberkärnten war wieder ein Teil Österreichs. Die Verwaltung erfolgte aber noch von Laibach aus.1825 wurde auch der Klagenfurter Kreis dem Gubernium Laibach angeschlossen. Erst nach der Revolution 1848 wurde Kärnten wieder selbstständig – als Kronland mit der Hauptstadt Klagenfurt.<br />
Den Ereignissen im Schicksalsjahr 1809 ist die Ausstellung „Karambolage 1809 – Kärnten und der Franzosenkaiser“ im Landesmuseum Klagenfurt gewidmet. Die Ausstellung ist bis 26. November 2009 zu sehen.</p>
<p style="text-align:right;"><em>Werner Sabitzer</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/sabitzer.wordpress.com/39/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/sabitzer.wordpress.com/39/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/sabitzer.wordpress.com/39/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/sabitzer.wordpress.com/39/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/sabitzer.wordpress.com/39/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/sabitzer.wordpress.com/39/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/sabitzer.wordpress.com/39/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/sabitzer.wordpress.com/39/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/sabitzer.wordpress.com/39/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/sabitzer.wordpress.com/39/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/sabitzer.wordpress.com/39/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/sabitzer.wordpress.com/39/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/sabitzer.wordpress.com/39/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/sabitzer.wordpress.com/39/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sabitzer.wordpress.com&amp;blog=2321663&amp;post=39&amp;subd=sabitzer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" /><div class="sharedaddy"></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sabitzer.wordpress.com/2010/01/25/hochrindl-in-frankreich/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://1.gravatar.com/avatar/7e7826e3d14e1a81e5b541fef0361368?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">sabitzer</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Ein Räuberhauptmann in Weitensfeld</title>
		<link>http://sabitzer.wordpress.com/2009/09/28/ein-rauberhauptmann-in-weitensfeld/</link>
		<comments>http://sabitzer.wordpress.com/2009/09/28/ein-rauberhauptmann-in-weitensfeld/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2009 20:46:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabitzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Gurktal - Geschichte und Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kärnten - Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[1809]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sabitzer.wordpress.com/?p=30</guid>
		<description><![CDATA[Vor genau 200 Jahren starb der bekannteste Räuber der Kärntner Geschichte, Simon Kramer, genannt Krapfenbäck Simele. Er trieb auch im Gurktal sein Unwesen und brach aus dem Gemeindekotter in Weitensfeld aus. Seit zwei Jahren war er hinter ihm her, nun sollte er endlich gefasst werden: Anton Lackner, Pfleger der Landgerichte Kraig und Nussberg bei St. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sabitzer.wordpress.com&amp;blog=2321663&amp;post=30&amp;subd=sabitzer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor genau 200 Jahren starb der bekannteste Räuber der Kärntner Geschichte, Simon Kramer, genannt Krapfenbäck Simele. Er trieb auch im Gurktal sein Unwesen und brach aus dem Gemeindekotter in Weitensfeld aus.</strong></p>
<p>Seit zwei Jahren war er hinter ihm her, nun sollte er endlich gefasst werden: Anton Lackner, Pfleger der Landgerichte Kraig und Nussberg bei St. Veit an der Glan, hatte Hinweise erhalten, dass sich der berüchtigte Räuberhauptmann Simon Kramer, genannt Krapfenbäck Simele, in den Bergen südlich des Wimitzgrabens aufhalten sollte. Lackner stellte aus zwölf Kärntnern eine Landgerichtswache zusammen und durchsuchte mit seinen Leuten am 17. September 1809 Hütten, Schupfen und Keuschen in dieser Gegend. Gegen 22 Uhr kam die Wache zum Gasthaus Wegscheider bei Hoch St. Paul, das noch gut besucht war. Im Gastzimmer spielten einige Burschen Karten, andere sahen ihnen zu, unter anderem der gesuchte Simon Kramer.<br />
Landgerichtspfleger Lackner schrieb die folgenden Ereignisse in einem Rechtfertigungsbericht nieder: „Gleich beim Eintritt erkannte ich den berüchtigten Mörder und Strassenräuber-Anführer Simon Kramer, gemeinhin Krapfenbacher Simerl &#8230; Ich ergriff den Missethäter rasch und entschlossen bei der Brust, rufte ihn zu, sich nicht zu rühren, sich der anwesenden Gerichtswache zu ergeben, als in widrigen, wenn er zu entweichen, zu Waffen greifen oder gar sich zur Gegenwehr zu rüsten Mühen machen werde, ich ihn auf der Stelle erschüssen lassen werde.“ Laut Lackner hätte Kramer ihn sofort weggestoßen, ein Messer aus der Tasche gezogen und wäre auf die Wache losgegangen. „So verschwand alle Hoffnung, den Missethäter lebendig oder auch nur schwer verwundet zur Bahre zu bringen. Wenn nicht im Augenblicke, während er mich und meinen Nebenmann auf die Seite schmieß, sein Stillet zog und sich damit in den Haufen werfen wollte, ein Schuß von den unsrigen Wächtern gefallen wäre, der ihn an der rechten Seite des Halses getroffen und ihn zu Boden fallen machte, so wären nicht einer oder der andere sondern die meisten von uns unglücklich entweder schwer verwundet oder gar tod gestochen worden“, heißt es im Bericht Lackners. Die Bleikugel riss eine große Wunde in den Hals des 24-jährigen Simon Kramer. Der berüchtigte Kärntner Räuber verblutete in der Wirtsstube.<br />
Lackner und seine Wache erhielten 100 Gulden, die als Belohnung auf die Ergreifung Kramers ausgesetzt waren; die Landesadministration versicherte dem Landesgerichtspfleger „die diesseitige vollkommene Zufriedenheit mit seinem eben so klugen als muthvollen Benehmen“. In Klagenfurt befahl General Freiherr von Rusca, „daß der todte Körper hieher verschafft, auf der Strasse zwischen hier und Maria Saal unfern des Weges ein Galgen errichtet, und auf selben der todte Körper aufgehangen, daneben ein Pfahl errichtet, auf selben der Nahmen dieses Verbrechers mit Benennung des Orts seiner Anhaltung resp. Tödtung und mit ausdrücklichen Beisatz, daß dies auf Befehl des Herrn Generals geschehe, aufgestellt werde“.<br />
Am 19. September wurde der Leichnam nach Klagenfurt verschafft, am nächsten Tag hängten ihn die Franzosen auf dem Galgenbichl bei Annabichl auf. Der Tote dürfte mehrere Tage zur Abschreckung am Galgen gehangen haben.<br />
So schändlich endete das kurze Leben Simon Kramers, der berüchtigsten Räubergestalt Kärntens.</p>
<p>Diebsunterricht beim Vater</p>
<p>In Erzählungen und Sagen wird Simerl als „Bäckerssohn aus Weitensfeld“ bezeichnet. In Franz Pirkers Sammlung von Sagen in und um Weitensfeld heißt es, Krapfenbäck Simale sei ein Weitensfelder gewesen, sein Vater habe eine Bäckerei besessen, die heute noch Rannerbäck heißen soll. Das stimmt nicht, wies der Grazer Hans-Peter Weingand nach, der über den Räuber eine Biographie schrieb: Simon Kramer wurde 1785 in der „Rinderkeische“ in Möderndorf im Zollfeld geboren und am 16. Jänner 1785 vom Tanzenberger Kooperator getauft. Sein Vater Sebastian Kramer war Besitzer der „Krapfenböck“-Keusche in der Nähe von Pörtschach an der Straße nach St. Veit bei der Abzweigung nach Möderndorf. Die Familie ließ sich später in St. Veit an der Glan nieder und wohnte in einem Haus in der Bräuhausgasse 19.<br />
Schon als Jugendlicher beteiligte sich Simon Kramer an Diebstählen und Raubzügen. Er sagte später vor Gericht aus, bei seinem Vater hätten sich Diebe und Räuber versteckt, er habe sie reden hören; sein Vater habe ihm einen Dietrich in die Hand gedrückt und gesagt, er solle davon Gebrauch machen.<br />
Simons Freundin, Juliana Regenfelder, Tochter eines Kürschners in Sörg, arbeitete schon mit zehn Jahren als Dienstmagd auf Bauernhöfen, brachte ein Kind zur Welt, und lernte schließlich den wesentlich jüngeren Kramer kennen und lieben.<br />
Viele Komplizen Kramers stammten aus desolaten Verhältnissen und mussten schon als Kinder arbeiten. Die Bauern hatten das Recht, Adoptivkinder auszubeuten, als „Entschädigung für die Kosten“, wie es in einem Hofdekret hieß.<br />
Die Kriminalität war um 1800 hoch, mehr als die Hälfte der Bewohner Kärntens war am Existenzminimum. Diebe und Räuber wurden von den Einheimischen oft versteckt. Es gab viele Deserteure, Herumtreiber.<br />
Simon Kramers „Spezialität“ waren Überfälle in der Nacht. Er und seine Komplizen besuchten die Bauernhöfe auch am Sonntagvormittag, wenn die Bauersleute in der Kirche waren. Meist waren es Dienstmägde, die am Hof angetroffen und überfallen wurden.</p>
<p>Ausbruch aus dem Weitensfelder Gemeindekotter</p>
<p>Mehrmals dürfte Simerl in Weitensfeld gewesen sein. Einmal brachte er mit einem Fuhrwerk Zwetschken nach Weitensfeld; das Pferd hatte ein Komplize auf dem alten Platz in Klagenfurt gestohlen.<br />
Am 22. Juni 1807 zechte Simon Kramer mit seinem Kumpanen Philipp „Lipp“ Schuster in einem Gasthaus in Weitensfeld. Lipp war das unehelich geborene Kind einer Gurkerin und nannte sich auch Jakob Tschreiter. Am Tag davor hatten die beiden Männer in der Nähe von Neumarkt einen Bauern überfallen und ihm unter anderem 228 Gulden geraubt. Die Räuber wurden aufgegriffen und in den Kotter des Marktgerichts Weitensfeld gesperrt. Kramer und Schuster hatten noch Geld und Gegenstände bei sich, die vom Überfall in Neumarkt und von einem Raubzug in Brückl stammten.<br />
Simon Kramer konnte in der Nacht auf den 26. Juni aus der Zelle flüchten. Es gelang ihm, mit einem schmalen Brett das Schloss seines Fußeisens abzudrehen. Danach brach er den morschen Fußboden auf, schlug ein Loch in die schwache Mauer und gelangte ins Freie. Er tauchte im Raum Villach unter. Sein Komplize Lipp blieb in der Zelle, er wurde am nächsten Tag in das sichere Landgericht Albeck überstellt und am 7. Dezember in das Landgericht Straßburg gebracht, weil man einen Befreiungsversuch durch Simon Kramer befürchtete. Dieser hatte knapp drei Wochen vorher seine Freundin Juliana aus dem Arrest im Schloss Margaregg bei Klagenfurt befreit. Sie war mit zwei Tiroler Komplizen verhaftet und in den Arrest gesteckt worden, bewacht von zwei unbewaffneten Bauern. Kramer und einige Freunde verschafften sich am 19. November 1807 am Vormittag unter einem Vorwand Zugang zum Kerkerraum, überwältigten die beiden Wächter und die Amtsdienerin. Simerl schlug die Fußeisen seiner Freundin ab und flüchtete mit ihr.</p>
<p>Der erste Steckbrief</p>
<p>Nach der Flucht ließ sich Kriminalrichter Ferdinand von Litzelhofen die Personsbeschreibung des Simerl vom Marktgericht Weitensfeld zusenden und fertigte einen Steckbrief an; den wahrscheinlich ersten über Simon Kramer:<br />
„Personsbeschreibung: Eines herumstreichenden, sehr diebsgefährlichen Burschen, der Krapfenbacker Simele genannt, welcher mit dem hier verhafteten berüchtigten Dieb Laurenz Strauß gemeinhin Priditsch in einer Verbindung zu seyn beinzichtigt wird.<br />
Dieser Mensch ist aus der hierländischen Stadt St. Veit gebürtig, bei 20 Jahre alt, und zimlich grosser untersezter Statur, hat ein rundes, gut gefarbtes Angesicht, schwarze Augen, braune Haare und einwärts gebogene Knie.<br />
Am Leibe trug er lezthin ein kurzes braunes Jankerl, ein blaulich zeugenes Leibl, schwarzlederne kurze Hosen, Stiefel und einen runden hohgupfigen Hut.“<br />
Der vom Bistum Gurk im Landgericht Albeck eingesetzte Gerichtspfleger Josef Marx hatte erfahren, dass sich Mitglieder der Kramer-Diebsbande öfters an der Wegscheide bei Hoch St. Paul und beim Kreuzwirt am Zammelsberg aufhielten. Die beiden Gegenden wurden am 13. und 14. Dezember abgesucht und Häuser durchsucht.<br />
Zwei Wochen später, am 30. Dezember 1807 wurde Simon Kramer in einem Wirtshaus beim verbotenen Kartenspiel gefasst. Er wehrte sich, ein Amtsdiener wurde dabei leicht verletzt. Am 2. Jänner 1808 wurde der Steckbrief widerrufen. Am 9. Jänner brachte man den Krapfenbäck Simele in das Landgericht Klagenfurt; vier Tage später begann die Untersuchung. Auch einige Komplizen Kramers wurden nach Klagenfurt überstellt. Seine Geliebte Juliana Regenfelder wurde am 16. April in der Nähe von Althofen festgenommen.</p>
<p>Lebenslanger, schwerer Kerker</p>
<p>Ende 1808 schloss das Klagenfurter Kriminalgericht die Untersuchung ab. Zahlreiche Mittäter und Mitwisser, darunter Kramers Vater, wurden angeklagt, einige von ihnen waren bereits verurteilt worden. Insgesamt zählte das Gericht 43 Personen zum Kreis des Simon Kramer. 35 Straftaten in den Jahren 1806 und 1807 wurden dem Räuberhauptmann vorgeworfen, darunter acht Raubüberfälle und 23 Diebstähle. Dazu kamen ein Mord, ein Raub und weitere sechs Diebstähle, an denen seine Komplizen beteiligt waren. Bei einem großen Teil der Diebstähle wurden lediglich Lebensmittel erbeutet, wie Speck und Fleisch, sowie Kleidungsstücke.<br />
Simerl und einige Komplizen überfielen unter anderem zwei nicht besonders begüterte Bauern in Sörg auf brutale Weise und drangen in der Nacht des 17. November 1807 in den Pfarrhof Außerteuchen ein. Dort überwältigten sie die Magd und stahlen 250 Gulden. Ein Gulden entsprach im Jahr 1807 dem Wert von etwa fünf Euro.<br />
Das Kriminalgericht als erste Instanz verurteilte Kramer zu lebenslangem schweren Kerker, verbunden mit öffentlicher Arbeit in Eisen und Ausstellung auf der Schandbühne. Der gewalttätige Klement Obernosterer, der bei den Raubzügen die treibende Kraft war und eine Frau erschlagen hatte, wurde zum Tod durch den Strang verurteilt. Das Appellationsgerichts änderte das Todesurteil in lebenslangen, schweren Kerker sowie zur Aufstellung auf der Schandbühne.</p>
<p>„Sehr gefährliche Flüchtlinge“</p>
<p>Simon Kramer und seine „Julerl“ konnten am 23. Februar 1809 aus dem Kriminalgericht Klagenfurt flüchten. Tags darauf veröffentlichte die k. k. Kärntner Polizeidirektion in Klagenfurt einen Steckbrief mit der Personsbeschreibung der beiden Geflüchteten: „Personsbeschreibungen<br />
Des Simon Krammer gemeinhin Krapfenbackersimerl, und der Juliana Regenfelderin, welch beide wegen Raub und Diebstahl hier in der Untersuchung gestanden, und gestern Abends aus dem hiesigen Kriminalgefängniß entflohen sind.<br />
Er ist aus der hierländigen Stadt St. Veit gebürtig, etwas über 20 Jahre alt, und grosser untersezter Statur, hat ein rundes, volles Angesicht, braune Augen, dunkelbraune abgeschnittene Haare, und einwärts gebogene Knie.<br />
Am Leibe hatte er bei der Entweichung: ein altes grüntuchenes Jankerl, ein brauntuchenes Leibl, schwarzlederne Hosen mit grünem Hosenträger, weißbaumwollene Strümpfe, Stiefel, ein roth und weiß gewürfelt – seidenes Halstuch, dann ein grünsametnes Kapel ohne Bräm. Sie ist zu Sörg im hierländigen Burgfried Gradenegg gebürtig, 34 Jahr alt, ledig, und mitlerer, zimlich untersezter Statur, hat ein etwas länglicht – gut gefarbtes, glates Angesicht, dunkebraune haare, derley Augen auch Augenbräume und Mangel der vordern obern Zähne. An Kleidung hatte selbe bei ihrer Entweichung: ein grünlicht tuchenes Karsetl, einen weißkottunenen Kittel mit braunen Blümeln, ein blau und weiß gewürfelt – leinwandenes Mieder, ein weisses, auch blaues Vortuch, ein blau und weiß gewürfelt – baumwollenes Halstuch, weißwollene gestreifte Strümpfe, schwarzlederne Schuhe und einen schwarzen hohgupfigen Hut.<br />
Ist diesen sehr gefährlichen Flüchtlingen mit allem Fleiße nachzuspüren, und bei Betretten die Anzeige davon sogleich hieher zu machen.“<br />
Zwei Komplizen Kramers konnten später aus dem Gefängnis ausbrechen. Die französischen Besatzer hatten aus „Fortifikationsrücksichten“ angeordnet, Teile der Befestigungsanlagen und einige andere Gebäude in Klagenfurt und vor der Stadt zu sprengen, unter anderem das auf dem heutigen Waagplatz gelegene Kriminalarresthaus. Die Häftlinge mussten innerhalb von 24 Stunden verlegt werden. Sie kamen in das Militärstockhaus der Stadtkaserne am heutigen Domplatz. Als der Kerkermeister am 6. September 1809 in der Früh die Zellen kontrollierte, waren die beiden Mittäter des Räuberhauptmanns und drei andere Häftlinge verschwunden. Sie hatten mit Nägeln aus einem Brettergestell die nur etwa 30 Zentimeter dicke Mauer des Gefängnisses durchbrochen und waren nach dem Öffnen der Stadttore um sechs Uhr früh aus Klagenfurt geflüchtet.</p>
<p>Vergeltungsmaßnahmen der Besatzer</p>
<p>Simerl Kramer dürfte nach seiner neuerlichen Flucht aus dem Gefängnis weiterhin Diebstähle und Raubüberfälle begangen haben. In einigen Sagen wird Kramer als „Räuber vom Wolschartwald“ genannt. Nicht gesichert sind auch Überlieferungen, Simerl habe Überfälle auf die französischen Besatzer verübt und die Kriegskasse geraubt. Nach einem Überfall auf einen französischen Korporal im Wolschartwald Anfang September 1809 brachte Landgerichtspfleger Lackner in Erfahrung, die Täter seien „der berüchtigte Verbrecher Krapfenbäck Simmerl mit seinen Laster Gespänen, die bekanntermaßen bald hier, bald da ihr Wesen auf der Strassen treiben, und besonders auf Reisende lauern.“ Ein ähnlicher Überfall ereignete sich kurze Zeit später zwischen Velden und Villach.<br />
Die französischen Besatzer setzten daraufhin die Landesadministration unter Druck. In einem Aushang „an die Bewohner von Kärnten“, datiert mit 17. September 1809, wurde die Bevölkerung vom Divisionsgeneral Freiherr von Rusca aufgefordert, Überfälle auf französische Soldaten sofort zu melden, ansonsten drohten Vergeltungsmaßnahmen: „Diese Frevelthaten müssen in ihrer Geburt erstickt und mit der Wurzel ausgerottet werden; und um diesen Zweck zu erreichen, sehe ich mich nothgedrungen euer Schicksal mit dem ihrigen zu verbinden; eine Maßregel, welche zwar die Strenge eingiebt, welche aber das Wohl der Reisenden erfordert, und eure Gleichgültigkeit dabei, nothwendig macht.<br />
In Folge dieses benachrichtige ich euch, daß so oft ein Militärist oder Beamte von der Armee; oder aber ein Kourier oder Reisende auf den Strassen der Provinz, entweder übel behandelt, oder gewaltsam angegriffen und bestohlen werden wird, die Gemeinde auf deren Gebieth das Verbrechen begangen worden ist, mit militärischer Exekution belegt werden solle. Indeß aber werde ich aus jenen Gegenden, allwo ein dergleichen Ereignis sich zugetragen hat, Geißeln ausheben; und auf diese werden die Strafen jener Verbrechen fallen, welche in diesen Tagen begangen werden, falls in einem Zeitraum von 14 Tagen die Schuldigen durch euer Bestreben nicht entdeckt und festgesetzt worden seien.“<br />
Mit dem gewaltsamen Tod des Räuberhauptmanns Simon Kramers endete eine große Bedrohung in Kärnten. Nach und nach wurden seine Komplizen verurteilt; auch die Wirtsleute vom Wegscheiderwirt wurden wegen des Verdachts der Hehlerei festgenommen, sie dürften aber nur wenige Monate eingekerkert gewesen sein. Kramers Freundin Juliane Regenfelder starb am 14. Dezember 1832 in der Pfarre Sörg 60-jährig an einem Schlaganfall.</p>
<p>Rebell und Kärntner „Robin Hood“?</p>
<p style="text-align:left;">In Sagen und anderen Überlieferungen wird Simon Kramer als „Rebell“ gegen die Franzosen und als Kärntner „Robin Hood“ dargestellt. Er hätte den Reichen genommen und den Armen gegeben. Tatsächlich waren Kramer und seine Komplizen Kriminelle, die aus Eigennutz Diebstähle und brutale Raubüberfälle verübten.<br />
Über das Leben des berüchtigten Krapfenbäck Simerle wurden Theaterstücke geschrieben und es gibt zahlreiche Sagen über den „Wohlscharträuber“; ein Filmprojekt scheiterte vor einigen Jahren an der Finanzierung. Anfang der 1950er-Jahre schrieb der Lehrer Ludwig Skumautz das Volksstück „Die Wolscharträuber“. Am Ende des Stücks stirbt Krapfenbäck Simerl durch eine Kugel. Später schrieb Skumautz das Stück um: Der Simerl sollte weiterleben. In der Neufassung springt Krapfenbäck auf und schreit: „Mit Mausdreck erschiaßt’s kan Gauner!“</p>
<p style="text-align:right;"><em> Werner Sabitzer</em></p>
<p><em>Quellen:<br />
Pirker, Franz: Aus der Ortsgeschichte von Weitensfeld im Gurktale. Sammlung von Geschichtsbildern, 1982 (unveröffentlicht).<br />
Chronik der Gemeinde St. Urban.<br />
Pirker, Franz: Sagen in und um Weitensfeld, bearbeitet von Günther Biermann, Verlag Johannes Heyn, Klagenfurt 2008.<br />
Weingand, Hans-Peter: Krapfenbäck Simerl. Leben und Sterben eines legendären Kärntner Räubers.1996.<br />
Zenegg-Scharffenstein, Emmerich: Krapfenbacher Simerl. Der Kärntner Räuberhauptmann. In: Freie Stimmen, Folge 186, 1931, S. 2-3.</em></p>
<p><strong>TIPP: Simon Kramer in der Landesausstellung 2009</strong></p>
<p>Die Geschichte des Räuberhauptmanns Simon Kramer ist Teil der Landesausstellung „Karambolage 1809“ im Landesmuseum Klagenfurt. Die Ausstellung ist bis 26. November 2009 zu besichtigen.<br />
Landesmuseum Kärnten, 9021 Klagenfurt, Museumgasse 2, Telefon 050-536-30599, <em>www.landesmuseum.ktn.at</em></p>
<p><em><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-31" title="Räuberhauptmann Simon Kramer" src="http://sabitzer.files.wordpress.com/2009/09/kramer.jpg?w=106&#038;h=152" alt="Räuberhauptmann Simon Kramer" width="106" height="152" /></em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/sabitzer.wordpress.com/30/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/sabitzer.wordpress.com/30/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/sabitzer.wordpress.com/30/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/sabitzer.wordpress.com/30/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/sabitzer.wordpress.com/30/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/sabitzer.wordpress.com/30/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/sabitzer.wordpress.com/30/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/sabitzer.wordpress.com/30/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/sabitzer.wordpress.com/30/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/sabitzer.wordpress.com/30/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/sabitzer.wordpress.com/30/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/sabitzer.wordpress.com/30/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/sabitzer.wordpress.com/30/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/sabitzer.wordpress.com/30/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sabitzer.wordpress.com&amp;blog=2321663&amp;post=30&amp;subd=sabitzer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" /><div class="sharedaddy"></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sabitzer.wordpress.com/2009/09/28/ein-rauberhauptmann-in-weitensfeld/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://1.gravatar.com/avatar/7e7826e3d14e1a81e5b541fef0361368?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">sabitzer</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://sabitzer.files.wordpress.com/2009/09/kramer.jpg?w=106" medium="image">
			<media:title type="html">Räuberhauptmann Simon Kramer</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Das Hochwasser in Weitensfeld im Jahr 1909</title>
		<link>http://sabitzer.wordpress.com/2009/09/28/das-hochwasser-in-weitensfeld-im-jahr-1909/</link>
		<comments>http://sabitzer.wordpress.com/2009/09/28/das-hochwasser-in-weitensfeld-im-jahr-1909/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2009 20:42:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabitzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Gurktal - Geschichte und Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kärnten - Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[1909]]></category>
		<category><![CDATA[Hochwasser]]></category>
		<category><![CDATA[Rettl]]></category>
		<category><![CDATA[Trainacher]]></category>
		<category><![CDATA[Weitensfeld]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sabitzer.wordpress.com/?p=32</guid>
		<description><![CDATA[Vor 100 Jahren, vom 7. bis 9. Oktober 1909, kam es in Weitensfeld zu einer der größten Überschwemmungen in der Geschichte der Marktgemeinde. In der Nacht auf den 7. Oktober 1909 regnete es ununterbrochen in Strömen. Die Gurk stieg langsam an, trat an einigen Stellen über die Ufer und am Vormittag wurden die ersten Sägehölzer [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sabitzer.wordpress.com&amp;blog=2321663&amp;post=32&amp;subd=sabitzer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor 100 Jahren, vom 7. bis 9. Oktober 1909, kam es in Weitensfeld zu einer der größten Überschwemmungen in der Geschichte der Marktgemeinde.</strong></p>
<p>In der Nacht auf den 7. Oktober 1909 regnete es ununterbrochen in Strömen. Die Gurk stieg langsam an, trat an einigen Stellen über die Ufer und am Vormittag wurden die ersten Sägehölzer angeschwemmt. Es regnete weiter. Feuerwehrhauptmann-Stellvertreter Ferdinand Gorton und Oberlehrer Ferdinand Schwarz alarmierten um zehn Uhr die Feuerwehr; Bürgermeister Josef Rettl befand sich nicht in Weitensfeld. Inzwischen stand die Mühlwiese, die Gorton-Mühle, das Elektrizitätswerk, die Säge, die Trattenschmiede und einige Häuser auf der „Tratten“ unter Wasser. Feuerwehrleute, Gendarmeriebeamte und Freiwillige bargen die Getreide- und Mehlvorräte aus der Gorton-Mühle und brachten auch die Bewohner und das Vieh aus dem gefährdeten Gebiet. Urban Begusch, Besitzer des Bärenwirts, rettete Kinder und zwei alte Frauen aus den Fluten, die ihm bis zur Hüfte standen.</p>
<p>Dammbruch wegen Verklausung</p>
<p>Bei den Brücken und Wehren wurde versucht, Verklausungen durch angeschwemmtes Holz zu verhindern. Die Fluten rissen Tausende Sagstöcke von Holzlagern in Kleinglödnitz mit.<br />
Wegen einer Verklausung brach der Damm der Gurk oberhalb der Herzele-Säge und die Fluten strömten an der Kirche vorbei durch die Kirchgasse und die Gärten des Sattler-, Tischler- und Pfandl-Hauses in den Markt – 30 Häuser standen innerhalb einer halben Stunde unter Wasser. Die Bewohner konnten sich in die oberen Stockwerke retten. Die Geschäfte Filipowsky (heute: Mosser), Gutzelnig (heute: Bernhard-Haus) und Großmann (heute: Hlebcar-Haus) wurden überflutet, ebenso die Häuser des Gerbermeisters Veit Anderiasch, des Schuhmachers Eusebius Seitlinger, des Wagnermeisters Anton Burger und des Distriktsarztes Freiherr von Jabornegg (heute: Napotnik-Haus). An vielen weiteren Häusern entstanden große Schäden, unter anderem beim Bärenwirt, beim Gorton-Haus und in der Bäckerei Lukas Smrekar (heute: Hochsteiner-/Ortner-Haus). Die Bäckerei wurde unterspült und musste gegen das Mosser-Haus gestützt werden musste.<br />
Um zwei Uhr stand der Telegraphenapparat in der Post im Kalsberger-Haus (heute: Terkl-Haus) unter Wasser. Es regnete weiter und das Hochwasser stieg an. Um zehn Uhr nachts wurde beim Smrekar-Haus ein Wasserstand von 178 Zentimetern gemessen.<br />
Der Bezirkshauptmann von St. Veit/Glan kam am Abend mit dem Gurktaler Zug nach Weitensfeld; er übernahm die Leitung über den Katastropheneinsatz. Inzwischen war auch Bürgermeister Josef Rettl nach Weitensfeld zurückgekehrt. Mit provisorisch zusammengebauten Flößen wurde versucht, zu den in den Häusern eingeschlossenen Bewohnern zu kommen. Dabei kam es in den reißenden Fluten zu lebensgefährlichen Situationen.<br />
Am 8. Oktober gelang es mutigen Helfern, die Verklausung bei der Herzele-Säge zu lösen, das Hochwasser konnte dadurch besser abfließen. Der Wasserstand begann sich zu senken. Am Nachmittag konnten die Eingeschlossenen im unteren Markt mit Wasser und Lebensmitteln versorgt werden.</p>
<p>Enorme Schäden im Gurktal</p>
<p>Als sich am 9. Oktober die Situation normalisierte, wurde das Ausmaß der Schäden ersichtlich: In vielen Häusern waren Fußboden herausgerissen, Türen und Fenster sowie viele Einrichtungsgegenstände waren fortgeschwemmt. Auch die Gurktalbahn war vom Hochwasser betroffen. Bei der Dürrmühle war der Gleiskörper unterspült.<br />
Auch in Gurk und Strassburg gab es schwere Schäden durch die Fluten. In Mellach wurde ein Müller in der Zechner-Mühle vom Hochwasser eingeschlossen. Drei Tage musste er darin ohne Nahrung ausharren, bis er am 9. Oktober vom Prosseggerwirt Alois Wintschnig gerettet wurde. Wintschnig band sich ein Seil um den Körper und schwamm zur Mühle. Mit dem Strick konnte ein Drahtseil zur Mühle gezogen werden, das Wintschnig auf dem Giebel der Mühle befestigte. Der Müller wurde auf einem Brett festgeschnallt und auf dem Drahtseil in Sicherheit gezogen. Auch Wintschnig rettete sich auf dem Drahtseil ans Ufer.<br />
Am 10. Oktober, einem Sonntag, kam eine Infanterie-Einheit ins Gurktal, später auch ein Pionierzug. Die Soldaten errichteten in Strassburg, Gurk und Weitensfeld Notstege über den Fluss. Von den 18 Brücken und Stegen in Weitensfeld blieben nur die alte Pirkerbrücke in Kleinglödnitz und die Brücke beim Brückenschmied stehen, alle anderen wurden von den Fluten fortgerissen. Zwischen Gurk und Pöckstein blieben ebenfalls nur zwei Brücken stehen – beim Pratz und in St. Magdalen.<br />
Der Kärntner Landespräsident Robert Freiherr von Hein besuchte Weitensfeld und versprach Hilfe des Landes Kärnten und des Reichs. Ferdinand Gorton verzichtete auf seinen Anteil am Entschädigungsgeld zugunsten ärmerer Weitensfelder. Die Reste des Herzele-Wehrs wurden abgebaut.</p>
<p>Bau des Hochwasserschutzdamms</p>
<p>Im September 1919 gab es in Weitensfeld eine weitere schwere Überschwemmung, die wiederum großen Schaden anrichtete. Zwei Jahre später wurde endlich mit dem Bau eines wirksamen Hochwasserschutzdamms begonnen. Der inzwischen zum Landesrat avancierte Josef Rettl und sein Nachfolger als Bürgermeister, Laurenz Knaflitsch, leisteten bei den Landesbehörden Überzeugungsarbeit.<br />
Josef Rettl (1858 – 1945) war Gastwirt, Bürgermeister von Weitensfeld von 1897 bis 1919 sowie Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr von 1886 bis 1900 und von 1904 bis 1910, außerdem war er Gründer und Obmann der Raiffeisenkasse Weitensfeld. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er in die provisorische Landesversammlung berufen, wo er bis Juli 1921 Landtagsabgeordneter war. Danach war er Landesrat-Stellvertreter und von November 1923 bis Mai 1927 wieder Landtagsabgeordneter. Ab 1919 war er Bezirksvertreter des Landbunds. Oberveterinärrat Laurenz Knaflitsch (1871 – 1945) war Tierarzt und von 1920 bis 1924 Bürgermeister von Weitensfeld.<br />
Im Sommer 1921 begannen etwa 50 Arbeiter mit dem Bau des Uferschutzdamms, der im Spätherbst 1921 abgeschlossen wurde. Gleichzeitig wurde die Gurkbrücke bei der Brückenschmiede erneuert und die Wasserwehre bei der Gortonmühle tiefer gelegt und mit Schleusen versehen. Ein Drittel der Kosten in der Höhe von neun Millionen Kronen musste die Marktkommune beitragen. Josef Rettl wurde wegen seiner Bemühungen zum Dammbau und anderer Verdienste im Jahr 1921 zum Ehrenbürger der Gemeinde Weitensfeld ernannt.<br />
1939/40 wurde der Damm von der Firma Elias Merl verstärkt und erhöht. Dadurch fiel der Schaden beim Hochwasser im Frühsommer 1946, bei dem der höchste jemals gemessene Wasserstand der Gurk erreicht wurde, nicht allzu hoch aus. Nach diesem Hochwasser wurde der Uferschutzdamm um einen halben Meter erhöht – mit Mitteln aus dem Katastrophenfonds des Landes Kärnten und durch Sonderzuteilung von Baumaterial.</p>
<p style="text-align:right;">
<em>Werner Sabitzer</p>
<p>Quellen:<br />
Brachmeier, Hartmut: Hochwässer und Hochwasserschutz in Weitensfeld, in: Weitensfelder Kulturbote, Nr. 4/2001, S. 4-8.<br />
Pirker, Franz: Aus der Ortsgeschichte von Weitensfeld im Gurktale. Sammlung von Geschichtsbildern, 1982 (unveröffentlicht).<br />
Zeloth, Thomas (Hg.): Weitensfeld. Eine Marktgemeinde im Herzen des Gurktales. Klagenfurt, 2008.</p>
<p></em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/sabitzer.wordpress.com/32/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/sabitzer.wordpress.com/32/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/sabitzer.wordpress.com/32/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/sabitzer.wordpress.com/32/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/sabitzer.wordpress.com/32/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/sabitzer.wordpress.com/32/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/sabitzer.wordpress.com/32/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/sabitzer.wordpress.com/32/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/sabitzer.wordpress.com/32/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/sabitzer.wordpress.com/32/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/sabitzer.wordpress.com/32/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/sabitzer.wordpress.com/32/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/sabitzer.wordpress.com/32/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/sabitzer.wordpress.com/32/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sabitzer.wordpress.com&amp;blog=2321663&amp;post=32&amp;subd=sabitzer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" /><div class="sharedaddy"></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sabitzer.wordpress.com/2009/09/28/das-hochwasser-in-weitensfeld-im-jahr-1909/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
	
		<media:content url="http://1.gravatar.com/avatar/7e7826e3d14e1a81e5b541fef0361368?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">sabitzer</media:title>
		</media:content>
	</item>
	</channel>
</rss>
