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100 Jahre „Kärntner Anzug“

Vor 100 Jahren kreierte der Brauchtums- und Trachtenmaler Leopold Resch im Auftrag der „Kärntner Landsmannschaft“ den „Kärntner Anzug“.

Im Jahr 1910 wurde die „Kärntner Landsmannschaft“ gegründet. Als eines der ersten Vorhaben beschloss der Vereinsvorstand, einen Kärntner Landestrachtenanzug einzuführen. Bis dahin wurde in Kärnten der graue Steirer-Anzug als Tracht getragen.
Die Landsmannschaft beauftragte Prof. Leopold Resch, eine entsprechende Tracht zu entwerfen. Der akademische Maler und Bildhauer war der bedeutendste Trachten- und Brauchtumsmaler Kärntens. 1877 in Weyer an der Enns geboren, wuchs er in Pontafel (Pontebba) im Kanaltal auf, das damals zu Kärnten gehörte. Sein Vater war dort bei der Eisenbahn beschäftigt. Leopold Resch absolvierte die Drechslerschule in Malborghet im Kanaltal die Fachschule für Holzindustrie in Villach und danach die Kunstgewerbeschule in Wien. Ab 1906 war er Lehrer an der Bau- und Kunsthandwerkschule in Klagenfurt. 1910 begann er mit dem Studium an der Akademie der bildenden Künste in München.1911 wurde die Bau- und Kunsthandwerkschule von Klagenfurt nach Villach verlegt; Resch übersiedelte als Lehrer mit.
Prof. Resch, Mitgründer der „Kärntner Landsmannschaft“ und des Kärntner Heimatmuseums, kreierte einen Entwurf des neuen Kärntner „Trachtengwandls“. Als Vorlage dienten ihm die Kanaltaler und die Gailtaler Tracht. Getragen werden konnte eine braune oder eine schwarze Hose. Der Hut wurde der Farbe des Trachtenrocks angeglichen.
Der Künstler präsentierte den kastanienbraunen Anzug mit grünem Aufputz erstmals öffentlich bei der Landeshandwerker-Ausstellung 1911 in Klagenfurt. Im Lauf der Jahre setzte sich statt der kastanienbraunen die haselnussbraune Farbe durch und das „Steirer-Gwandl“, das auch in anderen Bundesländern getragen wurde, verlor in Kärnten immer mehr an Bedeutung. Es gab auch Änderungen im Design: Anstelle der Brusttaschen mit Klappen traten Einschnitte; die Rückenfalte und die Rückenspange wurden durch einen Schlitz ersetzt.
Resch entwarf auch das Kärntner Blaupunktdirndl, das so genannte „Resch-Dirndl“, bestehend aus einem dunkelblauen Baumwollstoff mit weißen Tupfen sowie einer weißen Schürze mit rot-blauem Streifenmuster. Verheiratete Frauen tragen die Masche rechts, unverheiratete links.
Prof. Leopold Resch starb am 14. November 1937 in Villach, drei Tage nach seinem 60. Geburtstag. In Drobollach bei Villach erinnert der Leopold-Resch-Weg an den bekannten Kärntner Künstler.

Werner Sabitzer

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August 21, 2011 - Posted by | Kärnten - Geschichte

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