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Der Edelmannsitz Pfannhof an der Wimitz

In Pfannhof am Wimitzbach befand sich schon im 14. Jahrhundert ein Wehrbau. Das Schloss Pfannberg wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet.

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Zwischen Kraig und Meiselding, an einer alten Straße zwischen St. Veit an der Glan und Treibach-Althofen, befindet sich beim Wimitzbach die Ortschaft Pfannhof. Hier sind die Ruinen von Bauwerken aus dem Spätmittelalter zu sehen. Es handelt sich um die Reste eines 1346 urkundlich erwähnten Wehrbaus, eines Wirtschaftsgebäudes und des in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichteten Schlosses.

Der Name des einstigen Edelmannsitzes stammt von seinem Erbauer Simon Pfanner, der hier in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhundert einen Eisenhammer betrieb. Pfanner stammte vermutlich aus Tirol, war Eisenhändler in St. Veit an der Glan und betrieb auch einen Hammer in Brückl. Während der Besetzung Kärntens durch die Ungarn wurde Pfanner die Herrschaft entzogen. Ihm wurde vorgeworfen, mit den Ungarn konspiriert zu haben. Der Besitz wurde im Februar 1492 dem St.-Georgs-Ritterorden in Millstatt geschenkt. Die Söhne von Simon Pfanner, Balthasar und Lienhart, verzichteten in den folgenden Jahren auf ihr Erbe; sie erhielten aber eine Entschädigung.

Der Erbmarschall in Kärnten, Lassla (Ladislaus) Prager, stiftete im Mai 1495 dem Millstätter St.-Georgs-Ritterorden die Komturei Rechbach bei Eisenkappel. Ihr erster Ordenskomtur Johann Schidmann verkaufte den Pfannhof an Hans Mert, der sich danach „von Pfannhof“ nannte.

Im November 1501 ging das Gut durch Kauf an die Waldenburger. Im späten 16. Jahrhundert befand sich Pfannhof im Besitz der Familie Haßlinger. Barthlmä Haßlinger heiratete Katharina von Seenuss und Freudenberg und war der Stammvater der Adelsfamilie Haßlinger zu Pfannhofen und Seepühl (Seebichl beim Kraiger See). Er vererbte das Gut Pfannhof seinem gleichnamigen Sohn.

Margarethe Haßlinger zu Pfannhof und Seebichl (* 1580, † 1640) war mit dem einflussreichen und vermögenden Hans von und zu Manndorff (* 1571, † 1629) verheiratet, dem kaiserlichen Generaleinnehmer in Kärnten. Die Familie Manndorff (auch: Mandorfer, Manndorf, Mondorf, Monsdorf, Mansdorf und Manstorff) ist eine der ältesten noch bestehenden Kärntner Adelsfamilien. Die Manndorffer besaßen in Kärnten im Lauf der Jahrhunderte unter anderem folgende Herrschaften und Güter: Manndorf, Pfannhof, Wiesenau, Biberstein, Dietrichstein, Flaschberg, Goldenstein, Görtschachhof, Gurnitz, Krastowitz, Neudenstein, Oberfalkenstein, Pittersberg, Rothenthurn, Schüttbach bei Baldramsdorf, Seebichl, Söbriach, Vorderberg, Waldenstein, Winklern und Wulross.

Um 1580 wurde das Schloss im Renaissance-Stil umgestaltet und erweitert. Das Bauwerk hatte damals gekuppelte Renaissancefenster, ein Sgraffito um das Hauptportal und spätgotische Holzdecken.

Kaiser Ferdinand III. erhob die Manndorffer im September 1644 in den reichs- und erbländisch-österreichischen Freiherrenstand mit dem Namenszusatz „Herr auf Pfannhoffen und Wißenau“. Das Wappen der Familie wurde mit den Wappen der beiden erloschenen Adelsfamilien Haßlinger zu Pfannhofen und Seepühl sowie Pibriach zum Biberstein vereinigt.

Ab 1647 gehörte das Gut Pfannhof Hans Balthasar Freiherr von und zu Manndorff, Herr auf Pfannhof und Dietrichstein. Wolfgang Andreas von und zu Manndorff veräußerte Pfannhof mit dem Seebichlhof im Jahr 1682 an den Diplomaten und Fürstbischof von Gurk, Kardinal Johann VII. von Goëss. Dieser vererbte den Besitz seinem von ihm adoptierten Neffen Johann Peter von Goëss, der den beträchtlichen Familienbesitz mit weiteren Gütern, darunter die Herrschaft Ebenthal, erweiterte und von 1712 bis zu seinem Tod im März 1716 Landeshauptmann von Kärnten war.

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Um 1759 betrieb Josef Harmann, Gewerke in Feistritz im Glantal, in Pfannhof einen Brescian- und einen Stahlhammer. Er veräußerte die Betriebe an Karl Rauscher aus Obermühlbach. Unter den späteren Hammerbetreibern befand sich der 1812 im 53. Lebensjahr verstorbene Franz Seraph Michl. Anfang der 1930er-Jahre begann der Verfall des Schlosses Pfannberg; heute sind nur mehr Mauerreste zu sehen.

Pfannhof war ab 1850 eine eigene Gemeinde; sie umfasste das Gebiet der späteren Gemeinden Meiselding und Kraig sowie einen Teil von Pisweg. 1899 wurde die Gemeinde in die Gemeinden Kraig und Meiselding geteilt. Seit 1973 gehört Pfannhof neben sieben weiteren Katastralgemeinden (Dörfl, Graßdorf, Kraig Leiten, Obermühlbach, Steinbichl und Schaumboden) zur Gemeinde Frauenstein.

Werner Sabitzer

 Quellen/Literatur:

Dehio – Handbuch: Die Kunstdenkmäler Österreichs – Kärnten. 3. Auflage, Wien 2001.

Fräss-Ehrfeld, Claudia: Geschichte Kärntens, Band 2: Die ständische Epoche. Heyn Verlag, Klagenfurt, 1994.

Kohla, Franz Xaver; Metnitz, Gustav Adolf v.; Moro, Gotbert: Kärntner Burgenkunde. Ergebnisse und Hinweise in Übersicht. Erster Teil: Kärntens Burgen, Schlösser, Ansitze und wehrhafte Stätten. Ein Beitrag zur Siedlungstopographie. Zweite Auflage. Geschichtsverein für Kärnten, Klagenfurt 1973.

Kohla, Franz Xaver; Metnitz, Gustav Adolf v.; Moro, Gotbert: Kärntner Burgenkunde. Ergebnisse und Hinweise in Übersicht. Zweiter Teil: Quellen- und Literaturhinweise zur geschichtlichen und rechtlichen Stellung der Burgen, Schlösser und Ansitze in Kärnten sowie ihrer Besitzer. Geschichtsverein für Kärnten, Klagenfurt, 1973.

Sabitzer, Werner: Adelige in Kärnten. Unveröff. Manuskript.

Siebmachers Wappenbuch, Band 29: Der Adel in Kärnten, Krain und Dalmatien. Neustadt an der Aisch, 1980.

Wießner, Hermann: Geschichte des Kärntner Bergbaues. III. Teil. Kärntner Eisen. Archiv für Vaterländische Geschichte und Topographie, 41. und 42. Band. Verlag des Geschichtsvereines für Kärnten. Klagenfurt, 1953.

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Mai 31, 2014 - Posted by | Uncategorized

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