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Burgruine Glanegg

Die Burg Glanegg zählt zu den ältesten und imposantesten Wehranlagen Kärntens. Türken und Ungarn scheiterten an der Eroberung der Festung im Glantal.

Auf einem Bergrücken oberhalb des Orts Mautbrücken im Glantal befinden sich die Reste der drittgrößten Burg Kärntens nach den Khevenhüller-Festungen Hochosterwitz und Landskron.
Bereits im 11. Jahrhundert stand hier eine Burg, erbaut vermutlich von den Salzburger Bischöfen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die strategisch wichtige Anlage im Glantal im Jahr 1121; damals kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen den Truppen des Herzogs von Kärnten, Heinrich III. von Eppenstein, und des Salzburger Erzbischofs Konrad, der von seinem Gurker Hilfsbischof Hiltebold unterstützt wurde. Während sich Erzbischof Konrad im Exil in Bayern befand, konfiszierte Herzog Heinrich Gebiete des Salzburger Bischofs, unter anderem im Kanaltal. Erzbischof Konrad marschierte daraufhin mit 1.000 Mann nach Kärnten. Heinrich hatte die Gegend um Glanegg geplündert und operierte von der Burg Glanegg aus. Im Krappfeld kam es zur Konfrontation. Angesichts der Übermacht des Gegners unterwarf sich Heinrich. Er musste demütigend barfuß und im Büßergewand um Frieden bitten.
Die Burg Glanegg dürfte aber im Besitz der Eppensteiner geblieben sein. Verwaltet wurde die nun landesfürstliche Burg von Ministerialen, die sich „von Glanekke“ nannten.
Das Herzogtum Kärnten (seit 976) reichte damals bis in das Gebiet des heutigen Niederösterreich und war kein politisch geschlossenes Gebiet, sondern aufgeteilt: Das geistige und weltliche Fürstentum Salzburg hatte großen Grundbesitz in Kärnten, dem Bischof von Gurk, zunächst ein Salzburger Hilfsbischof, gehörten unter anderem das Gurk- und Metnitztal; und das Bistum Bamberg besaß große Gebiete im Raum Feldkirchen, Villach und Griffen sowie im Lavanttal. Die Eppensteiner, die bayrischen Adeligen zu Beginn des elften Jahrhunderts als Herzöge von Kärnten folgten, waren das erste einheimische Geschlecht an der Spitze des Herzogtums. Immer wieder kam es in Kärnten zu Auseinandersetzungen zwischen den Herzögen, den Salzburger Bischöfen und den Bambergern.
Im Jahr 1122, nach dem Tod des letzten Eppensteiner Herzogs Heinrichs, übernahmen die Spanheimer die Geschicke Kärntens. Heinrichs Neffe Graf Bernhard von Spanheim erbte die Herrschaft Glanegg, danach ging die Burg wiederum im Erbweg auf Bernhards Neffen Markgraf Ottokar II. von Steyr über, dem späteren Herzog der Steiermark. Die steirischen Ministerialen, die nun die Burg verwalteten, nannten sich „Herren von Glanegg“. 1136 war ein „Walther de Glanheche“ auf der Burg.

Meuchelmord an Reimbert von Glanegg

Nach dem Tod des Markgrafen Ottokar II. im Jahr 1185 erbte der Babenberger Herzog Leopold V. die Burg; er gab sie an Reinprecht von Mureck als Lehen weiter. Ihm folgte als Lehensherr Rudolf von Ras. Stammsitz der Ministerialenfamilie Ras war die gleichnamige Burg bei St. Jakob im Rosental, von der heute noch Gebäudereste zu sehen sind. Der Nachfolger von Rudolf von Ras, Reimbert von Ras, der sich ebenfalls als „von Glanegg“ bezeichnete, fiel einem Mordanschlag zum Opfer: Im Jahr 1292 kam es zu einem Aufstand von Adeligen aus Kärnten und der Steiermark gegen den neuen Landesherrn. König Rudolf I. von Habsburg hatte seinen Schwiegersohn und treuen Gefährten im Kampf gegen Ottokar II. von Böhmen, Graf Meinhard von Görz-Tirol, mit dem Herzogtum Kärnten belehnt. Mit Unterstützung des Salzburger Erzbischofs Konrad überfielen die Aufständischen unter der Führung des bedeutenden Kärntner Grafen Ulrich III. von Heunburg die Herzogstadt St. Veit und nahmen den Sohn des Landesherrn Meinhard von Görz-Tirol, Ludwig, gefangen. Ludwig wurde zunächst auf Burg Taggenbrunn und später auf Burg Werfen festgehalten. Beide Wehranlagen gehörten zu Salzburg. Während des Gegenschlags der Grafen von Görz-Tirol gemeinsam mit dem Habsburger Herzog Albrecht I. wurde Reimbert von Glanegg im März 1293 bei Griffen von einem Speer getroffen. Er hatte das Kommando bei der Belagerung der Bamberger Burg Griffen geführt, auf die sich Ulrich III. von Heunburg zurückgezogen hatte.
In der „Reimchronik“ hieß es über den Meuchelmord an Reimbert von Glanegg:
„Eines tages er reit
für Griven nach gewonheit
und suochte, daz er vant
Do wart er an gerant
Und do er kerte gegen in her,
do stach einer ein sper
hinden durch in,
daz im Kraft unde sin
entweich an der stat
Von dem orse viel er drat
Nider uf daz graz.“
Der Täter blieb unbekannt. Der Umstand, dass der vom Herzog eingesetzte neue Kärntner Landeshauptmann, der Tiroler Konrad von Auffenstein, die Witwe des ermordeten Glanegger Burgherrn heiratete, führte zu Gerüchten, Auffenstein könnte hinter dem Attentat auf Reimbert Ras stecken.
Nach Reimberts Tod übernahm sein Sohn die Burg Glanegg. Im Jahr 1374 starb mit Wilhelm der letzte männliche Nachkomme der Ras. Herzog Leopold III. von Österreich erbte Glanegg. In der Urkunde ist von Vorder- und Hinterglanegg die Rede; mit Hinterglanegg dürfte ein Turm oberhalb von Glanegg in Rothenthurn gemeint gewesen sein. Herzog Leopold III. setzte für die Verwaltung der Burg Pfleger ein.

Landgericht ab 1424

Bis zum Jahr 1424 war die Herrschaft Glanegg an Franz von Carrara verpfändet, danach wurde sie wieder von landesfürstlichen Pflegern betreut. Ab diesem Jahr war Glanegg Landgericht unter dem Habsburger Herzog Wilhelm. Nach Wilhelm folgte Ernst der Eiserne als Besitzer der Burg Glanegg, er vererbte sie seinem Sohn Friedrich III., dem späteren deutschen Kaiser. Unter den Verwaltern der Burg befanden sich Andreas Gutensteiner, Konrad Farbes und Johann Hanneberg. Als kaiserlicher Beamter fungierte damals unter anderem Eberhard von Deutzfeld.
1473 und 1478 versuchten durchs Glantal ziehende Türken, die Burg zu erobern. Später scheiterten auch die Ungarn an der Festung. Von 1478 bis 1492 waren die Färber Pfleger auf Glanegg.

Ernau auf Glanegg

Kaiser Friedrich III. vererbte die Burg seinem Sohn Kaiser Maximilian I. Von diesem ging die Herrschaft an seinen Enkel Kaiser Ferdinand I, der Festung und Landgericht im Jahr 1534 Ulrich von Ernau für seine treuen Dienste als Pfand auf Lebenszeit überließ – für ein Darlehen von 6.000 Gulden. Ulrich von Ernau hatte bereits Kaiser Maximilian I. mit Geld ausgeholfen und dadurch einen Anspruch auf die Burg gewahrt. Er war als kaiserlicher Feldhauptmann Führer der Kärntner Streitmacht. Der neue Burgherr musste sich verpflichten, mindestens 1.000 Gulden in den Aus- und Umbau der desolaten Burganlage zu investieren. Ulrich von Ernau baute zwei Ringmauern, einige Wirtschaftsgebäude und einen Turm beim äußeren Tor. Die Familie Ernau stammte aus der Steiermark.
Nach dem Tod seines Bruders Leonhard im Jahr 1533, der die neue Moosburg ausgebaut hatte, kam Ulrich von Ernau auch in den (Pfand-)Besitz von Schloss und Amt Moosburg.
Nach Zahlung der Ablöse von 6.000 Gulden übernahm Bernhard Khevenhüller kurzzeitig die Burg Glanegg. Er ließ die von Bischof Leonhard von Lavant eingerichtete Kapelle zu einem Prunksaal umbauen. Später kam die Herrschaft wieder an die Familie Ernau. 1573 überprüfte eine Kommission die Anlage, daraufhin musste der baufällige Westtrakt und ein Teil der Ringmauer erneuert werden. Von den alten Gebäuden blieben nur der Bergfried und einige Mauern.
Die protestantisch gewordene Familie Ernau musste wie viele andere adelige Familien Kärnten im Zuge der Gegenreformation zu Beginn des 17. Jahrhunderts verlassen. Laut einem Visitationsbericht von 1586 hatten die Ernau die Burg Glanegg allen Leuten aus der Umgebung geöffnet, die den protestantischen Gottesdienst besuchen wollten. 1629/30 verließen die Ernau das Herzogtum Kärnten; Hektor von Ernau veräußerte im Jahr 1930 die Burgen Glanegg und Moosburg an den kaiserlichen Rat und Landschaftssekretär Johann Weber von Ehrenthal. Dieser gab die Herrschaft Glanegg an Johann Friedrich Freiherr von Seenuß weiter, dessen Familie auch Liebenfels besaß. Seenuß verkaufte die Burg 1681 an Wilhelm von Kronegg. Die Familie Kronegg besaß nun wie ehemals die Familie Ernau sowohl Glanegg als auch Moosburg.
1688 war Glanegg im Besitz von Georg Ludwig Graf Windischgrätz; 1706 kam die Festung an die Herren von Aschau. Im Jahr 1713 erwarb der Gewerke Graf Stampfer die Liegenschaft. Er besaß in Oberkärnten ein Kupferbergwerk, errichtete unter der Burg einen Kupferhammer und ließ eine Straße durch das Glantal bauen; für die Glanüberquerung wurde bis 1775 Maut eingehoben („Mautbrücken“).
1802 ging die Herrschaft Glanegg durch Kauf an die Familie Kirn. Vier Jahre später besaß Theodor Graf Batthyany die Burg und 1818 schien als Besitzer Hofrichter Hirzegger von Ossiach auf, dessen Tochter Josefine die Herrschaft als Heiratsgut erhielt. Ihr Mann Andreas Klinzer baute 1830 das Gut Mautbrücken, das aus einem Herrenhaus, einer Bierbrauerei, Ställen, einer Kegelbahn, einer Schießstätte und einer Mühle bestand. Das Gut war damals ein beliebtes Ausflugsziel.

Niedergang der Burg

1848, nach Auflösung der Feudalherrschaft, endete auch das Landgericht auf Burg Glanegg. Die Familie Klinzer verkaufte Schloss und Gutshof im Jahr 1860 an den Bregenzer Bürgermeister Ferdinand Kinz. Bilder und Zeichnungen aus Mitte des 19. Jahrhunderts zeigen die Burg noch als intakt. Die „Dachsteuer“, von Joseph II. eingeführt, besiegelte das Schicksal vieler alter Bauten in Österreich und bedeutete auch das Ende der im 19. Jahrhundert noch bewohnten Burg Glanegg. Kinz ließ die Dächer abtragen, um sich die Steuer zu ersparen. Er ließ auch die Holzteile entfernen. Der rasche Verfall der Anlage begann.
1906 erwarb Josef Odelga die imposante ehemalige Wehranlage, weitere Besitzer waren Marie Edle von Marquet (ab 1915) und Leo Rainer (ab 1918). 1937 kam die Ruine in das Eigentum der Familie Mayer, deren Nachkommen, die Familie Zwillink, die Anlage seit 1982 besitzen.

Burgverein Glanegg

Im Jahr 1996 pachtete die Gemeinde Glanegg die Ruine; seitdem revitalisiert der „Burgverein Glanegg“ die Wehranlage. Viele Tonnen Schutt wurden aus dem Inneren der einst mächtigen Burg entfernt. Einige Räume wurden für Besucher hergerichtet, darunter der ehemalige Speicher und die Säulenhalle im Untergeschoss. Im Burghof finden Veranstaltungen statt. Im Bergfried befinden sich drei Signalfenster. Die Mittelsäule eines romanischen Fensters mit einem dorischen Kapitell wurde vor dem Zweiten Weltkrieg gestohlen. Demnächst soll der Burgbrunnen mit seinen Auswölbungen freigelegt werden. Unmittelbar unterhalb der Burg befinden sich Mauerreste der Meierei, eines Stalles und des Pförtnerhauses.

Werner Sabitzer


Quellen:
Dehio – Handbuch: Die Kunstdenkmäler Österreichs – Kärnten. 3. Auflage, Wien 2001.
Fräss-Ehrfeld, Claudia: Geschichte Kärntens, Band 2. Die ständische Epoche, Klagenfurt, 1994.
Henckel-Donnersmarck, Hugo: Burgen und Schlösser in Kärnten, 1964.
Kohla, Franz Xaver; Metnitz, Gustav Adolf v.; Moro, Gotbert: Kärntner Burgenkunde. Ergebnisse und Hinweise in Übersicht. Erster Teil: Kärntens Burgen, Schlösser, Ansitze und wehrhafte Stätten. Ein Beitrag zur Siedlungstopographie. Zweite Auflage. Geschichtsverein für Kärnten, Klagenfurt 1973.
Kohla, Franz Xaver; Metnitz, Gustav Adolf v.; Moro, Gotbert: Kärntner Burgenkunde. Ergebnisse und Hinweise in Übersicht. Zweiter Teil: Quellen- und Literaturhinweise zur geschichtlichen und rechtlichen Stellung der Burgen, Schlösser und Ansitze in Kärnten sowie ihrer Besitzer. Geschichtsverein für Kärnten, Klagenfurt 1973.
Stejskal, Herbert: Kärnten – Geschichte und Kultur in Bildern und Dokumenten. Von der Urzeit bis zur Gegenwart, Klagenfurt, 1985.
Wiessner, Hermann: Burgen und Schlösser um Klagenfurt, Feldkirchen und Völkermarkt. (Kärnten – II), Wien, 1965.

Dezember 14, 2007 Posted by | Burgen und Schlösser in Kärnten | | Hinterlasse einen Kommentar

Burg Griffen: Bambergs beste Burg

Auf einem Kalkfelsen über dem Markt Griffen sind die Reste einer ausgedehnten Burganlage zu sehen, die als uneinnehmbar galt.

Der Ort Griffen steht auf geschichtsträchtigem Boden; die ältesten Spuren einer Besiedelung in Kärnten stammen aus der Tropfsteinhöhle im Griffner Burgberg; zwei Feuerstellen und Werkzeugteile dürften in der Altsteinzeit um 30.000 vor Christi entstanden sein. Außerdem wurden Knochen von Höhlenbären und einem Mammut gefunden.
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 822. Im Jahr 1090 wurde in einer Urkunde anlässlich der Dotierung des Spanheimer-Hausklosters St. Paul ein „Stadelhof Griffen“ („stabulariam curtim Griuina“) erwähnt. Der bambergische Markt Griffen, 1237 erstmals genannt, war mit der Festung durch Mauern verbunden.
Im Jahr 1236 stiftete Bischof Ekbert von Bamberg aus Gütern seines verstorbenen Bruders Berthold, des Markgrafen von Istrien, die Prämonstratenser-Abtei St. Maria im Griffental. Die Abtei wurde von Mönchen aus einem Kloster im Bistum Würzburg besiedelt.

Die Burg Griffen auf einem 130 Meter hohen Kalkfelsen dürfte in der ersten Hälfte des 12. Jahrhundert von den Bamberger Bischöfen errichtet worden sein. Beim Regierungsantritt des Bamberger Bischofs Eberhard II. im Jahr 1146 war die Festung mit großer Wahrscheinlichkeit schon vorhanden. Am 14. Februar 1160 ließ sich Bischof Eberhard in Pavia von Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) bestätigen, dass einige Bamberger Burgen niemals als Lehen ausgegeben werden dürfen. Griffen wurde darunter als eine Burg genannt, die schon „de antiquo“ („von alters her“) dem Bistum Bamberg gehörte. „Deinem gerechten Bitten stimmen Wir gerne zu und nehmen alle jene Burgen von jeder Lehensvergabe aus, die Du als Deinen Besitz erweisen kannst, sowohl jene, welche Deine Kirche schon vor Deinem Pontifikat besaß, wie jene, welche Dein eigener Eifer hinzugefügt hat. Namentlich befehlen Wir hier aufzuzählen … von altersher Grivena“, hieß es (übersetzt) in der kaiserlichen Urkunde.
Zwischen 1242 und 1311 hatten die Bamberger in Griffen das Münzrecht inne („Friesacher Gepräge“).

Die militärische Bedeutung der Burg war groß. Von hier aus wurde der Weg ins obere Lavanttal kontrolliert; Burg Griffen war bis Mitte des 14. Jahrhunderts Verwaltungssitz für die bambergischen Besitzungen in Kärnten. Dazu zählten neben dem oberen Lavanttal Villach, Bleiberg und Feldkirchen. Aus Urkunden geht hervor, dass zwischen 1147 und 1178 auch die Herzogstadt St. Veit im Besitz Bambergs gewesen sein könnte.
Eine besondere Rolle spielte die Burg Griffen während des Aufstands von Kärntner und steirischen Adligen gegen den Landesfürsten aus dem Haus Görz-Tirol nach dem Tod Königs Rudolf von Habsburg. Der König hatte nach dem Aussterben der Spanheimer Herzöge Meinhard von Görz-Tirol im Jahr 1286 als Kärntner Herzog eingesetzt. Graf Ulrich von Heunburg, der als einer der mächtigsten Kärntner Grafen Herzog von Kärnten werden wollte, führte die Aufständischen an. Er residierte auf der Bleiburg und beherrschte die Gegend um das Jauntal. Sitz der Heunburger in Kärnten war ursprünglich die Rauterburg (Altheunburg) und später die Heunburg in der Nähe von Völkermarkt. Die Heunburger besaßen Gebiete in Unterkärnten, der Untersteiermark und Krain (Cilli) sowie Lehen im Murtal und zahlreiche weitere Güter. Ulrich von Heunburg wurde von König Wenzel von Böhmen, vom Salzburger Erzbischof und vom Bistum Bamberg unterstützt. Die Kämpfe begannen mit einem Überfall auf die Herzogstadt St. Veit/Glan, in der sich der Sohn Meinhards von Tirol befand. Er wurde als Geisel genommen, zunächst auf Burg Glanegg und später auf der salzburgischen Burg Hohenwerfen festgehalten. Der bambergische Hauptmann auf Burg Griffen, Gottfried von Birkenbach, schloss mit Ulrich von Heunburg einen Bündnisvertrag und überließ dem aufständischen Grafen im Jahr 1292 die Griffener Burg. Bei den kriegerischen Auseinandersetzungen wurden unter anderem die zu Salzburg gehörenden Städte Friesach und St. Andrä zweimal zerstört. Am 14. März 1293 wurden die Putschisten in der Schlacht am Wallersberg von den Truppen des Habsburgers Albrecht I. von Österreich besiegt. Kämpfe gab es auch in der Nähe von Griffen. Am 3. Mai 1293 übergab Ulrich von Heunburg die Burg Griffen an Walter von Gutenstein, einem Vertrauensmann des bambergischen Bischofs Arnold. Ulrich von Heunburg wurde in Wiener Neustadt gefangen gehalten, er erreichte aber im Juni 1293 einen Friedensvertrag mit Albrecht I. von Österreich, konnte nach Kärnten zurück und erhielt einige seiner Güter zurück.
Ulrich von Heunburg gilt durch bedeutende Güterschenkungen als „zweiter Stifter“ des Klosters Griffen. Die männlichen Heunburger starben 1322 mit dem Tod von Ulrichs Sohn Hermann aus; ihre Besitzungen gingen vor allem an die verwandten Grafen von Ortenburg und die Freien von Sannegg, die als „Grafen von Cilli“ das Wappen der Heunburger übernahmen.

Die Burg Griffen wurde im 12. Jahrhundert von Burggrafen („Herren von Griffen“) verwaltet. Ab dem 13. Jahrhundert stand an der Spitze der bambergischen Güterverwaltung in Kärnten der „Vizedom“, der zunächst auf Burg Griffen und ab der Zeit Bischof Wernthos (1328 – 1335) auf Burg Wolfsberg residierte.
Ab 1504 setzte der bambergische Vizedom auf der Burg Griffen Pfleger ein, denen auch die Landgerichtspflege zustand. Zu den bekanntesten Pflegern von Griffen gehörte Heinrich von Gutenberg, der 1506 auf der Burg starb. Sein Epitaph befindet sich in der Stadtpfarrkirche Wolfsberg. Burg Griffen besaß nicht die „hohe Gerichtsbarkeit“ (Blutgerichtsbarkeit), diese war dem Landgericht Weißenegg übertragen. Die Burg Weißenegg bei Ruden, heute eine Ruine, war ursprünglich im Besitz der Bamberger, wechselte dann den Besitzer und kam 1425 bei einem Gebietstausch von den Grafen von Cilli wieder an die Bamberger. 1491 wurde das Weißenegger Landgericht an Griffen übertragen.
Im 13. und frühen 14. Jahrhundert war der bambergische Hauptmann für militärische und polizeiliche Aufgaben zuständig.
Im 16. Jahrhundert wurde Burg Griffen ausgebaut und weiter befestigt. Das Bauwerk war so gut befestigt, dass es weder von den Türken, noch von den Ungarn eingenommen werden konnte. Im Jahr 1666 wurde der kaiserliche Ingenieuradjunkt Michael Possaner damit beauftragt, Vorschläge für einen Ausbau der Festung vorzulegen. Die Arbeiten wurden aber nicht ausgeführt.
Im Jahr 1688 war die Burg noch in gutem Zustand und bewohnt. Danach begann der Verfall; im 18. Jahrhundert waren nur mehr einige Räume bewohnt. Der Kastner wohnte bereits in dem 1672 gekauften „Stöckel“ unter der Burg. Der letzte Gottesdienst in der Burgkapelle wurde am 15. Juli 1768 gefeiert. Ende des 18. Jahrhunderts zerfiel die einst uneinnehmbare Burg weiter. Im Jahr 1840 wurden die Dächer abgerissen und damit das Bauwerk dem endgültigen Verfall preisgegeben.
Am 15. Juni 1759 ging das bambergische Griffen unter der Monarchin Maria Theresia an den österreichischen Staat und wurde dem Herzogtum Kärnten einverleibt. Auch der übrige bambergische Besitz in Kärnten kam in den Besitz Österreichs.
1785 erwarb Max Thaddäus Graf Egger die Burg; später kamen die Güter an die Freiherren von Helldorff, die den Besitz an die Familie Leitgeb aus Kühnsdorf verkauften. Seit Dezember 1999 befindet sich das 10,5 Hektar große Areal des Schlossbergs samt der Tropfsteinhöhle im Besitz der Marktgemeinde Griffen. Zwischen 2000 und 2003 wurde die Ruine teilweise saniert.

Bistum Bamberg: Besitzungen in Kärnten

Das Bistum Bamberg wurde im Jahr 1007 von Kaiser Heinrich II. (1002 – 1024) gegründet. Er schenkte „seinem“ Bistum unter anderem Gebiete im Herzogtum Kärnten: im Jahr 1014 einen schmalen Landstrich mit drei Orten zwischen Pontafel und der Gail und im Jahr 1060 Villach und Umgebung. Kurz davor kam Bamberg durch einen Tausch zwischen Bischof Adalbero von Bamberg und seinem Bruder Marchward von Eppenstein in den Besitz des oberen Lavanttals.
Dadurch war das Bistum Bamberg nach dem Erzbistum Salzburg der größte Grundherr in Kärnten. Das Bistum genoss Steuerfreiheit und andere bedeutende Rechte; es war auch unabhängig gegenüber den örtlichen Gerichts- und Verwaltungseinrichtungen. Kaiser Heinrich II. wurde 1147 heilig gesprochen.
Die Schenkungen in Kärnten hatten eine strategische Bedeutung für die wichtigen Verkehrs- und Handelswege nach Italien. Damals beschenkten die römisch-deutschen Kaiser bevorzugt kirchliche Einrichtungen mit diesen Gebieten, da sie Lehen an Adlige für zu unbeständig hielten. So erhielten die Bischöfe von Brixen und Trient Gebiete an der Brennerstrecke. Die bambergischen Gebiete in Kärnten wurden zunächst von der Burg Griffen aus verwaltet und später von Burg Wolfsberg.
Am 27. Jänner 1535 wurde nach einer längeren zivilrechtlichen Auseinandersetzung der habsburgisch-bambergische „Rezess“ unterzeichnet. Das Bistum Bamberg wurde dem Kärntner Landrecht untergeordnet; es musste für seine Güter in Kärnten Steuern zahlen und sich an der Landesverteidigung beteiligen. Durch den „Ewigen Rezess“ im Jahr 1674 wurde der Kärntner Besitz des Bistums Bamberg dem Land Kärnten untergeordnet und im 1759 erwarb der Staat die bambergischen Besitzungen.

Werner Sabitzer


Quellen:
Dopsch, Heinz; Brunner, Karl; Weltin, Maximilian: Die Länder und das Reich – Der Ostalpenraum im Hochmittelalter. Österreichische Geschichte 1122 – 1278, hg. Von Herwig Wolfram, Wien, 1999.
Fräss-Ehrfeld, Claudia: Geschichte Kärntens, Band 2: Die ständische Epoche. Verlag Johannes Heyn, Klagenfurt 1994.
Henckel-Donnersmarck, Hugo: Burgen und Schlösser in Kärnten. 1964
Kohla, Franz X.; v. Metnitz, Gustav Adolf; Moro, Gotbert: Kärntner Burgenkunde I und II, Klagenfurt 1973.
Koller-Neumann, Irmtraud: Die Lehen des Bistums Bamberg in Kärnten bis 1400. Klagenfurt, 1982.

Dezember 14, 2007 Posted by | Burgen und Schlösser in Kärnten | , | Hinterlasse einen Kommentar