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Neues Polizeilexikon mit vielen historischen Informationen

Herausgeber des Lexikons der inneren Sicherheit

Das neue „Lexikon der inneren Sicherheit“ von Werner Sabitzer enthält auch viele Begriffe zur Polizei- und Kriminalgeschichte.

Erstmals ist in Österreich ein umfassendes Polizeilexikon erschienen. Über 4.000 Begriffe aus allen Bereichen der inneren Sicherheit werden im „Lexikon der inneren Sicherheit“ auf 608 Seiten erklärt: Polizeiorganisationen, Kriminalität, Kriminalitätsbekämpfung, Prävention, Kriminalistik und Kriminologie, Terrorismus, Krisenmanagement und Katastrophenschutz, Asyl-, Grenz- und Fremdenangelegenheiten, Waffen und Sprengmittel, Integration, Sicherheitstechnik und andere Themen, die in die Zuständigkeit des Bundesministeriums für Inneres bzw. der Sicherheitsbehörden fallen.

Im Nachschlagewerk finden sich auch Kurzbeschreibungen bedeutender ausländischer Polizeieinrichtungen und Nachrichtendienste sowie von internationalen Organisationen; außerdem gibt es kurze Beschreibungen über Terrororganisationen und kriminelle Vereinigungen. Im Buch finden sich auch die für die Polizei wesentlichen Bestimmungen des Sicherheitspolizeigesetzes, des Strafrechts und des am 1. Jänner 2008 in Kraft getretenen Strafprozessreformgesetzes.

Ein nicht unbeträchtlicher Teil des Inhalts befasst sich mit der Polizei- und Kriminalgeschichte, unter anderem wird die Geschichte der Sicherheitswache, der Gendarmerie, des Kriminaldienstes und der Zollwache kurz erläutert. Dazu kommen Aufsehen erregende Kriminalfälle der österreichischen Geschichte. so ist im Polizeilexikon ist nachzulesen,

• dass es in Wien in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts „eiserne Wachhäuser“ gab;

• dass der berüchtigte NS-Kriegsverbrecher Ernst Kaltenbrunner auch Polizeipräsident von Wien war;

• dass eine der größten kriminellen Organisationen in Österreich die „Simon-Platte“ war, die in den Nachkriegsjahren ihr Unwesen trieb;

• dass im Wiener Kanalnetz Obdachlose hausten und „Kanalstrotter“ und „Fettfischer“ nach verwertbaren Gegenständen suchten;

• dass es in Wien in der Zwischenkriegszeit ein eigenes Polizeispital gab;

• das der Einführung der Kennzeichentafeln für Autos im Jahr 1906 eine lange Diskussion in den Zeitungen vorangegangen war und der „Nummernzwang“ vor allem von den aristokratischen Autobesitzer als unangebracht und zum Teil als persönliche Beleidigung empfunden wurde,

• und dass es in der 1920er-Jahren in Wien ein „Institut für kriminaltelepathische Forschung“ gab, dem ein schriftstellerisch tätiger Polizeijurist vorstand, und das sich unter anderem mit Telepathie und Hellsehen im Zusammenhang mit polizeilicher Aufklärungsarbeit beschäftigte.

Das Nachschlagewerk ist auch eine Fundgrube für Krimiautoren, die hier Informationen über die polizeiliche und kriminelle  Welt finden.

Im Anhang gibt es ein umfangreiches Abkürzungsverzeichnis. Internet-Adressen von Polizeiorganisationen sowie von privaten Organisationen und Unternehmen mit Sicherheitsbezug erleichtern das Auffinden dieser Einrichtungen im Internet.

Der Autor:

Werner Sabitzer, 52, ist PR-Referent im Bundesministerium für Inneres und seit 1988 Chefredakteur der Fachzeitschrift „Öffentliche Sicherheit“. Er ist Co-Autor von Sicherheitsfachbüchern und Verfasser zahlreicher Beiträge zu den Themen Polizeiwesen, Kriminalität, Terrorismus und Polizeigeschichte.

Werner Sabitzer: Lexikon der inneren Sicherheit. Neuer wissenschaftlicher Verlag, Wien, Graz, 2008. 978-3-7083-0549-3, 608 Seiten, gebunden, 48,80 €; Bestellung: http://www.nwv.at (Webshop, spesenfrei).

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Dezember 8, 2008 Posted by | Polizeigeschichte | | Hinterlasse einen Kommentar