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1000 Jahre Bistum Bamberg

Im Jahr 1007 gründete Kaiser Heinrich II. das Bistum Bamberg. Das Bistum war einer der größten Grundbesitzer in Kärnten.

Vor 1000 Jahren, im Jahr 1007, gründeten der tief religiöse Kaiser Heinrich II. (1002 – 1024) und seine Frau Kunigunde das Bistum Bamberg. Heinrich, der 1147 heilig gesprochen wurde, schenkte „seinem“ Bistum weit entfernt vom fränkischen Kernland unter anderem Gebiete im Herzogtum Kärnten – im Jahr 1014 einen schmalen Landstrich mit drei Orten zwischen Pontafel und der Gail und im Jahr 1060 Villach und Umgebung. Kurz davor kam Bamberg durch einen Tausch zwischen Bischof Adalbero von Bamberg und seinem Bruder Marchward von Eppenstein in den Besitz des oberen Lavanttals. Auch der Raum Feldkirchen und Bleiburg wurden bambergisch.
Laut dem Kärntner Historiker Gotbert Moro könnte das Gebiet um Villach bis Pontafel bereits im Gründungsjahr 1007 an Bamberg gekommen sein.
Aus Urkunden geht hervor, dass bis 1176 auch die Herzogstadt St. Veit im Besitz Bambergs gewesen sein könnte.
Die Schenkungen in Kärnten hatten eine strategische Bedeutung für die wichtigen Verkehrs- und Handelswege nach Italien. Damals beschenkten die römisch-deutschen Kaiser bevorzugt kirchliche Einrichtungen mit diesen Gebieten, da sie Lehen an Adlige für zu unbeständig hielten. So erhielten die Bischöfe von Brixen und Trient Gebiete an der Brennerstrecke.

Zweitgrößter Grundherr in Kärnten

Bamberg war durch die Schenkungen in Kärnten nach dem Erzbistum Salzburg der größte Grundherr im Herzogtum Kärnten. Das Bistum erwirtschaftete Erträge aus dem Bergbau im Lavanttal und aus dem Handel und Verkehr in Villach. Der bambergische Besitz in Villach reichte von der Villacher Brücke bis Pontafel – es handelte sich um den wichtigen „schrägen Durchgang“ nach Italien.
Bamberg verwaltete den Kärntner Besitz zunächst von Villach aus. Ab dem 13. Jahrhundert stand an der Spitze der bambergischen Güterverwaltung in Kärnten der „Vizedom“, der zunächst auf Burg Griffen und ab der Zeit Bischof Wernthos (1328 – 1335) auf Burg Wolfsberg residierte.

Besondere Privilegien

Das Bistum Bamberg genoss Steuerfreiheit und andere bedeutende Rechte; es hatte Immunität, es war also unabhängig gegenüber den örtlichen Gerichts- und Verwaltungseinrichtungen.
Am 27. Jänner 1535 wurde nach einer längeren zivilrechtlichen Auseinandersetzung der habsburgisch-bambergische „Rezess“ unterzeichnet. Das Bistum Bamberg wurde dem Kärntner Landrecht untergeordnet; es musste für seine Güter in Kärnten Steuern zahlen und sich an der Landesverteidigung beteiligen. Durch den „Ewigen Rezess“ im Jahr 1674 musste das Bistum auf weitere Sonderrechte verzichten. Der Kärntner Besitz wurde dem Land Kärnten untergeordnet.
Am 15. Juni 1759 verkaufte das Bistum Bamberg seine Besitzungen in Kärnten und in den anderen habsburgischen Ländern um eine Million Gulden an den österreichischen Staat. Villach, Bleiberg, Feldkirchen und das obere Lavanttal waren von nun an nicht nur geografisch, sondern auch politisch Bestandteil des Herzogtums Kärnten.

Werner Sabitzer


Quellen:
Dopsch, Heinz; Brunner, Karl; Weltin, Maximilian: Die Länder und das Reich – Der Ostalpenraum im Hochmittelalter. Österreichische Geschichte 1122 – 1278, hg. Von Herwig Wolfram, Wien, 1999.
Fräss-Ehrfeld, Claudia: Geschichte Kärntens, Band 2: Die ständische Epoche. Verlag Johannes Heyn, Klagenfurt 1994.
Kohla, Franz X.; v. Metnitz, Gustav Adolf; Moro, Gotbert: Kärntner Burgenkunde I und II, Klagenfurt 1973.
Koller-Neumann, Irmtraud: Die Lehen des Bistums Bamberg in Kärnten bis 1400. Klagenfurt, 1982.

Januar 5, 2008 Posted by | Uncategorized | | Hinterlasse einen Kommentar

Burg Griffen: Bambergs beste Burg

Auf einem Kalkfelsen über dem Markt Griffen sind die Reste einer ausgedehnten Burganlage zu sehen, die als uneinnehmbar galt.

Der Ort Griffen steht auf geschichtsträchtigem Boden; die ältesten Spuren einer Besiedelung in Kärnten stammen aus der Tropfsteinhöhle im Griffner Burgberg; zwei Feuerstellen und Werkzeugteile dürften in der Altsteinzeit um 30.000 vor Christi entstanden sein. Außerdem wurden Knochen von Höhlenbären und einem Mammut gefunden.
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 822. Im Jahr 1090 wurde in einer Urkunde anlässlich der Dotierung des Spanheimer-Hausklosters St. Paul ein „Stadelhof Griffen“ („stabulariam curtim Griuina“) erwähnt. Der bambergische Markt Griffen, 1237 erstmals genannt, war mit der Festung durch Mauern verbunden.
Im Jahr 1236 stiftete Bischof Ekbert von Bamberg aus Gütern seines verstorbenen Bruders Berthold, des Markgrafen von Istrien, die Prämonstratenser-Abtei St. Maria im Griffental. Die Abtei wurde von Mönchen aus einem Kloster im Bistum Würzburg besiedelt.

Die Burg Griffen auf einem 130 Meter hohen Kalkfelsen dürfte in der ersten Hälfte des 12. Jahrhundert von den Bamberger Bischöfen errichtet worden sein. Beim Regierungsantritt des Bamberger Bischofs Eberhard II. im Jahr 1146 war die Festung mit großer Wahrscheinlichkeit schon vorhanden. Am 14. Februar 1160 ließ sich Bischof Eberhard in Pavia von Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) bestätigen, dass einige Bamberger Burgen niemals als Lehen ausgegeben werden dürfen. Griffen wurde darunter als eine Burg genannt, die schon „de antiquo“ („von alters her“) dem Bistum Bamberg gehörte. „Deinem gerechten Bitten stimmen Wir gerne zu und nehmen alle jene Burgen von jeder Lehensvergabe aus, die Du als Deinen Besitz erweisen kannst, sowohl jene, welche Deine Kirche schon vor Deinem Pontifikat besaß, wie jene, welche Dein eigener Eifer hinzugefügt hat. Namentlich befehlen Wir hier aufzuzählen … von altersher Grivena“, hieß es (übersetzt) in der kaiserlichen Urkunde.
Zwischen 1242 und 1311 hatten die Bamberger in Griffen das Münzrecht inne („Friesacher Gepräge“).

Die militärische Bedeutung der Burg war groß. Von hier aus wurde der Weg ins obere Lavanttal kontrolliert; Burg Griffen war bis Mitte des 14. Jahrhunderts Verwaltungssitz für die bambergischen Besitzungen in Kärnten. Dazu zählten neben dem oberen Lavanttal Villach, Bleiberg und Feldkirchen. Aus Urkunden geht hervor, dass zwischen 1147 und 1178 auch die Herzogstadt St. Veit im Besitz Bambergs gewesen sein könnte.
Eine besondere Rolle spielte die Burg Griffen während des Aufstands von Kärntner und steirischen Adligen gegen den Landesfürsten aus dem Haus Görz-Tirol nach dem Tod Königs Rudolf von Habsburg. Der König hatte nach dem Aussterben der Spanheimer Herzöge Meinhard von Görz-Tirol im Jahr 1286 als Kärntner Herzog eingesetzt. Graf Ulrich von Heunburg, der als einer der mächtigsten Kärntner Grafen Herzog von Kärnten werden wollte, führte die Aufständischen an. Er residierte auf der Bleiburg und beherrschte die Gegend um das Jauntal. Sitz der Heunburger in Kärnten war ursprünglich die Rauterburg (Altheunburg) und später die Heunburg in der Nähe von Völkermarkt. Die Heunburger besaßen Gebiete in Unterkärnten, der Untersteiermark und Krain (Cilli) sowie Lehen im Murtal und zahlreiche weitere Güter. Ulrich von Heunburg wurde von König Wenzel von Böhmen, vom Salzburger Erzbischof und vom Bistum Bamberg unterstützt. Die Kämpfe begannen mit einem Überfall auf die Herzogstadt St. Veit/Glan, in der sich der Sohn Meinhards von Tirol befand. Er wurde als Geisel genommen, zunächst auf Burg Glanegg und später auf der salzburgischen Burg Hohenwerfen festgehalten. Der bambergische Hauptmann auf Burg Griffen, Gottfried von Birkenbach, schloss mit Ulrich von Heunburg einen Bündnisvertrag und überließ dem aufständischen Grafen im Jahr 1292 die Griffener Burg. Bei den kriegerischen Auseinandersetzungen wurden unter anderem die zu Salzburg gehörenden Städte Friesach und St. Andrä zweimal zerstört. Am 14. März 1293 wurden die Putschisten in der Schlacht am Wallersberg von den Truppen des Habsburgers Albrecht I. von Österreich besiegt. Kämpfe gab es auch in der Nähe von Griffen. Am 3. Mai 1293 übergab Ulrich von Heunburg die Burg Griffen an Walter von Gutenstein, einem Vertrauensmann des bambergischen Bischofs Arnold. Ulrich von Heunburg wurde in Wiener Neustadt gefangen gehalten, er erreichte aber im Juni 1293 einen Friedensvertrag mit Albrecht I. von Österreich, konnte nach Kärnten zurück und erhielt einige seiner Güter zurück.
Ulrich von Heunburg gilt durch bedeutende Güterschenkungen als „zweiter Stifter“ des Klosters Griffen. Die männlichen Heunburger starben 1322 mit dem Tod von Ulrichs Sohn Hermann aus; ihre Besitzungen gingen vor allem an die verwandten Grafen von Ortenburg und die Freien von Sannegg, die als „Grafen von Cilli“ das Wappen der Heunburger übernahmen.

Die Burg Griffen wurde im 12. Jahrhundert von Burggrafen („Herren von Griffen“) verwaltet. Ab dem 13. Jahrhundert stand an der Spitze der bambergischen Güterverwaltung in Kärnten der „Vizedom“, der zunächst auf Burg Griffen und ab der Zeit Bischof Wernthos (1328 – 1335) auf Burg Wolfsberg residierte.
Ab 1504 setzte der bambergische Vizedom auf der Burg Griffen Pfleger ein, denen auch die Landgerichtspflege zustand. Zu den bekanntesten Pflegern von Griffen gehörte Heinrich von Gutenberg, der 1506 auf der Burg starb. Sein Epitaph befindet sich in der Stadtpfarrkirche Wolfsberg. Burg Griffen besaß nicht die „hohe Gerichtsbarkeit“ (Blutgerichtsbarkeit), diese war dem Landgericht Weißenegg übertragen. Die Burg Weißenegg bei Ruden, heute eine Ruine, war ursprünglich im Besitz der Bamberger, wechselte dann den Besitzer und kam 1425 bei einem Gebietstausch von den Grafen von Cilli wieder an die Bamberger. 1491 wurde das Weißenegger Landgericht an Griffen übertragen.
Im 13. und frühen 14. Jahrhundert war der bambergische Hauptmann für militärische und polizeiliche Aufgaben zuständig.
Im 16. Jahrhundert wurde Burg Griffen ausgebaut und weiter befestigt. Das Bauwerk war so gut befestigt, dass es weder von den Türken, noch von den Ungarn eingenommen werden konnte. Im Jahr 1666 wurde der kaiserliche Ingenieuradjunkt Michael Possaner damit beauftragt, Vorschläge für einen Ausbau der Festung vorzulegen. Die Arbeiten wurden aber nicht ausgeführt.
Im Jahr 1688 war die Burg noch in gutem Zustand und bewohnt. Danach begann der Verfall; im 18. Jahrhundert waren nur mehr einige Räume bewohnt. Der Kastner wohnte bereits in dem 1672 gekauften „Stöckel“ unter der Burg. Der letzte Gottesdienst in der Burgkapelle wurde am 15. Juli 1768 gefeiert. Ende des 18. Jahrhunderts zerfiel die einst uneinnehmbare Burg weiter. Im Jahr 1840 wurden die Dächer abgerissen und damit das Bauwerk dem endgültigen Verfall preisgegeben.
Am 15. Juni 1759 ging das bambergische Griffen unter der Monarchin Maria Theresia an den österreichischen Staat und wurde dem Herzogtum Kärnten einverleibt. Auch der übrige bambergische Besitz in Kärnten kam in den Besitz Österreichs.
1785 erwarb Max Thaddäus Graf Egger die Burg; später kamen die Güter an die Freiherren von Helldorff, die den Besitz an die Familie Leitgeb aus Kühnsdorf verkauften. Seit Dezember 1999 befindet sich das 10,5 Hektar große Areal des Schlossbergs samt der Tropfsteinhöhle im Besitz der Marktgemeinde Griffen. Zwischen 2000 und 2003 wurde die Ruine teilweise saniert.

Bistum Bamberg: Besitzungen in Kärnten

Das Bistum Bamberg wurde im Jahr 1007 von Kaiser Heinrich II. (1002 – 1024) gegründet. Er schenkte „seinem“ Bistum unter anderem Gebiete im Herzogtum Kärnten: im Jahr 1014 einen schmalen Landstrich mit drei Orten zwischen Pontafel und der Gail und im Jahr 1060 Villach und Umgebung. Kurz davor kam Bamberg durch einen Tausch zwischen Bischof Adalbero von Bamberg und seinem Bruder Marchward von Eppenstein in den Besitz des oberen Lavanttals.
Dadurch war das Bistum Bamberg nach dem Erzbistum Salzburg der größte Grundherr in Kärnten. Das Bistum genoss Steuerfreiheit und andere bedeutende Rechte; es war auch unabhängig gegenüber den örtlichen Gerichts- und Verwaltungseinrichtungen. Kaiser Heinrich II. wurde 1147 heilig gesprochen.
Die Schenkungen in Kärnten hatten eine strategische Bedeutung für die wichtigen Verkehrs- und Handelswege nach Italien. Damals beschenkten die römisch-deutschen Kaiser bevorzugt kirchliche Einrichtungen mit diesen Gebieten, da sie Lehen an Adlige für zu unbeständig hielten. So erhielten die Bischöfe von Brixen und Trient Gebiete an der Brennerstrecke. Die bambergischen Gebiete in Kärnten wurden zunächst von der Burg Griffen aus verwaltet und später von Burg Wolfsberg.
Am 27. Jänner 1535 wurde nach einer längeren zivilrechtlichen Auseinandersetzung der habsburgisch-bambergische „Rezess“ unterzeichnet. Das Bistum Bamberg wurde dem Kärntner Landrecht untergeordnet; es musste für seine Güter in Kärnten Steuern zahlen und sich an der Landesverteidigung beteiligen. Durch den „Ewigen Rezess“ im Jahr 1674 wurde der Kärntner Besitz des Bistums Bamberg dem Land Kärnten untergeordnet und im 1759 erwarb der Staat die bambergischen Besitzungen.

Werner Sabitzer


Quellen:
Dopsch, Heinz; Brunner, Karl; Weltin, Maximilian: Die Länder und das Reich – Der Ostalpenraum im Hochmittelalter. Österreichische Geschichte 1122 – 1278, hg. Von Herwig Wolfram, Wien, 1999.
Fräss-Ehrfeld, Claudia: Geschichte Kärntens, Band 2: Die ständische Epoche. Verlag Johannes Heyn, Klagenfurt 1994.
Henckel-Donnersmarck, Hugo: Burgen und Schlösser in Kärnten. 1964
Kohla, Franz X.; v. Metnitz, Gustav Adolf; Moro, Gotbert: Kärntner Burgenkunde I und II, Klagenfurt 1973.
Koller-Neumann, Irmtraud: Die Lehen des Bistums Bamberg in Kärnten bis 1400. Klagenfurt, 1982.

Dezember 14, 2007 Posted by | Burgen und Schlösser in Kärnten | , | Hinterlasse einen Kommentar